
Codierter Antisemitismus in den Sozialen Netzwerken
faktenfinder Verschwörungsmythen Codierter Antisemitismus in den Sozialen Netzwerken Stand: 19.05.2026 • 09:08 Uhr "109", "271" oder das Saftpackung-Emoji: Antisemitismus ist oftmals nicht direkt als solcher zu...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. faktenfinder Verschwörungsmythen Codierter Antisemitismus in den Sozialen Netzwerken Stand: 19. 2026 • 09:08 Uhr "109", "271" oder das Saftpackung-Emoji: Antisemitismus ist oftmals nicht direkt als solcher zu erkennen. Doch hinter den Codes verstecken sich Holocaustrelativierung und menschenfeindliche Verschwörungsideologien.
Von Pascal Siggelkow, ARD-faktenfinder "Ihr dürft 271 mal raten, was Hanta auf einer gewissen Sprache heißt": Bei diesem auf den ersten Blick harmlosen TikTok-Video mit knapp 50. 000 Likes handelt es sich in Wahrheit um ein Posting mit antisemitischen Codes. Denn nach Berichten über Hantavirus-Fälle auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" verbreitet sich in den Sozialen Netzwerken die antisemitische Verschwörungserzählung, dass die Juden dahinter stecken würden.
Die Einzelheiten
In diesem Beitrag werden antisemitische Inhalte verbreitet. Als vermeintlicher Beweis dafür wird unter anderem angeführt, dass das Wort Hanta auf Hebräisch so viel wie "Scam" oder "Betrug" heißen würde. Das ist jedoch irreführend, wie die Faktencheckseite Mimikama schreibt.
So bedeutet Hanta im hebräischen Slang demzufolge eher so viel wie "Unsinn". Zudem stammt der Name des Virus vom südkoreanischen Grenzfluss, wo während des Koreakriegs in den 1950er-Jahren Tausende Soldaten an dem damals noch unbekannten Virus erkrankten. Zahlencode für Holocaust-Relativierung In dem Posting auf TikTok befindet sich noch eine weitere antisemitische Anspielung, nämlich die Zahl 271.
Sie wird verwendet, um den Holocaust zu relativieren. Einer Verschwörungserzählung zufolge haben die Nationalsozialisten angeblich 271. 000 anstatt sechs Millionen Juden getötet.
Was Experten sagen
Die Relativierung des Holocaust geht zurück auf eine Liste der Arolsen Archives, in denen die Zahl der Totenscheine angeführt wird, die auf Antrag für Häftlinge aus Konzentrationslagern wie Dachau, Buchenwald und Bergen-Belsen ausgestellt wurden. Insgesamt sind das etwa 271. Allerdings ist das nur die Zahl der Totenscheine, die nachträglich ab 1949 auf Antrag von Angehörigen ausgestellt worden sind.
Das Dokument ist somit unvollständig und enthält bei weitem nicht alle der Millionen von Juden, die in Vernichtungslagern ermordet wurden oder die bei Massenerschießungen ums Leben kamen. Es gilt wissenschaftlich als gut gesichert, dass insgesamt zwischen mindestens 5,29 Millionen und etwas mehr als sechs Millionen Juden von den Nationalsozialisten getötet wurden. startTime=$start$&endTime=$ende$","legal":"Durch die Einbettung von ARD-Videos auf Ihrer Webseite stimmen Sie den ARD Nutzungsbedingungen zu.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




