
Cohn-Bendit und „Compact“: Warum die Rechtsradikalen Daniel Cohn-Bendit brauchen
Cohn-Bendit und „Compact“ : Warum die Rechtsradikalen Daniel Cohn-Bendit brauchen Ein Kommentar von Christian Geyer 06.05.2026, 17:16Lesezeit: 2 Min. „Seit einiger Zeit benötige ich keine Antisemiten mehr, um zum Juden...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Cohn-Bendit und „Compact“ : Warum die Rechtsradikalen Daniel Cohn-Bendit brauchen Ein Kommentar von Christian Geyer 06. 2026, 17:16Lesezeit: 2 Min. „Seit einiger Zeit benötige ich keine Antisemiten mehr, um zum Juden zu werden“: Daniel Cohn-Bendit, Autor der „Erinnerungen eines Vaterlandslosen“Foto: AFPEin Polemiker, wie er im Buche steht: Daniel Cohn-Bendits Reflexionen über den sich wandelnden jüdischen Anteil seiner Identität locken die Rezensenten der radikale Rechten aus der Reserve.
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Die juristische Gepräge-Theorie schlägt sich im „Compact“-Urteil des Bundesverwaltungsgerichts nieder, das im Juni 2025 gegen ein Verbot dieser rechtsextremen Zeitschrift festgestellt hatte: „In der Gesamtwürdigung erreichen die verbotsrelevanten Äußerungen und Aktivitäten noch nicht die Schwelle der verfassungsfeindlichen Prägung. “ Demnach ist die Frage eines Geprägtsein im Ganzen nur quantifizierend beantwortbar. Wie viele verfassungsfeindliche Äußerungen liegen vor?
Die Einzelheiten
Erst wenn eine bestimmte Stückzahl von ihnen erreicht ist, darf eine Prägung angenommen werden. Im außerjuristischen Sinne lässt sich schneller wissen, wes Geistes Kind man vor sich hat. Man muss nicht Belege zählen, um prima vista eine Wahrnehmungsstörung zu erkennen, braucht dafür nicht den ursprünglich verhaltensbiologischen Begriff der Prägung zu bemühen.
Die Rezensenten der Zeitschrift watscheln ja nicht wie Gänse hinter ihrem Chefredakteur Jürgen Elsässer hinterher, wenn sie den Deformationszusammenhang ausbreiten, in dem sie stecken. Umgekehrt wird man sagen müssen: Man glaubt sofort, dass es in Elsässers Blatt steht, seiner straffen Willensbildung gehorcht, was dort gegen Daniel Cohn-Bendits Überlegungen zum eigenen Jüdischsein vorgebracht wird, wie sie vom „roten Dany“ in seinen bei Jacoby & Stuart erschienenen „Erinnerungen eines Vaterlandslosen“ dargelegt werden. Er wird als „Nichtsnutz“ tituliertDoch was heißt schon vorgebracht?
Es sind nicht Argumente, die gegen Cohn-Bendits Reflexionen über den jüdischen Anteil seiner Identität und deren politische Ableitungen ins Feld geführt werden. Wie könnte in Elsässers Blatt derartiges überhaupt ernst genommen werden? Die jüdischen Selbstzuschreibungen sind im Buch psychoanalytisch so angelegt, dass sie in ihren „verschütteten“ Gehalten (Cohn-Bendit) noch das Kapitel „Joschka, Bosnien und der Wendepunkt“ erschließen, nach dem 7.
Oktober dann aber zu ganz neuer Virulenz gelangen. All dies wird von Elsässers durchherrschtem Geist mit einer Häme abgebunden, isoliert und verfremdet, als „Nichtsnutz“ tituliert, dass schon aus einer einzigen Rezension wenn nicht der antisemitische Charakter eines ganzen Ladens, so jedenfalls dessen Charakterlosigkeit spricht, unbeschadet richterlicher Zählbedingungen fürs Prägemerkmal.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





