
Darmkrebs: Junge Menschen laut neuer Studie häufiger betroffen
Neue Auswertung Junge Menschen erhalten häufiger Darmkrebs-Diagnose Neue Daten zeigen einen Anstieg von Darmkrebs bei 20- bis 39-Jährigen in Deutschland. Welche Ursachen dahinterstecken könnten und warum das Screening...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Neue Auswertung Junge Menschen erhalten häufiger Darmkrebs-Diagnose Neue Daten zeigen einen Anstieg von Darmkrebs bei 20- bis 39-Jährigen in Deutschland. Welche Ursachen dahinterstecken könnten und warum das Screening unter 50 Jahren laut Experten trotzdem nicht sinnvoll ist. 21 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (6 Minuten) 6 Min X.
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern Ein Mitarbeiter der Berliner Charité zeigt auf eine eingescannte Gewebeprobe aus dem Dickdarm Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa In Deutschland erhalten immer mehr junge Menschen die Diagnose Darmkrebs, wenngleich die Zahl deutlich kleiner ist als in den USA. Das zeigen neue Daten, die ein Forschungsteam im »International Journal of Cancer« veröffentlicht hat.
Die Einzelheiten
Demnach sei vor allem die Gruppe der 20- bis 39-Jährigen betroffen. Ein Großteil des Anstiegs entfalle auf Formen mit vergleichsweise guter Prognose wie kleine oder weniger aggressive Tumoren. Eine mögliche Senkung des Alters für das Darmkrebs-Screening – aktuell ab 50 Jahren – sehen die Expertinnen und Experten deshalb als nicht gerechtfertigt.
Experten wie Thomas Seufferlein vom Universitätsklinikum Ulm, der selbst nicht an der Auswertung beteiligt war, schließen sich der Einschätzung an. Allerdings müsse man »die Daten im Blick behalten, um Screeningprogramme rechtzeitig anzupassen«, sagt er. Auch Christian Pox vom St.
Joseph-Stift Bremen hält eine Änderung derzeit für unnötig und warnt vor einer verringerten Effektivität des Programms bei gleichzeitig höheren Kosten. »Ein viel größerer Effekt könnte erreicht werden, wenn die Teilnahmerate an der gesetzlichen Krebsfrüherkennung bei den Berechtigten von 50 Jahren und älter gesteigert werden würde. « Ursache für den Anstieg bleibt unklarDie genauen Ursachen für den Anstieg können auch die neuen Daten nicht erklären.
Was Experten sagen
Vermutlich gebe es einen Zusammenhang mit Lebensstilveränderungen ab den Fünfzigerjahren, erläutert das Team um Sven Voigtländer vom Bayerischen Krebsregister in Nürnberg und Hiltraud Kajüter vom Krebsregister Nordrhein-Westfalen in Bochum. »Dazu zählen Adipositas im Kindes- und Jugendalter, Antibiotikaeinnahme, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und Reproduktionstechnologien, die potenziell zu frühkindlichen physiologischen oder metabolischen Veränderungen führen und das Darmmikrobiom beeinflussen«, so die Expertinnen und Experten. Generell hingen Darmerkrankungen mit Faktoren wie Bewegungsmangel und ungesunder Ernährung zusammen.
Adipositas stelle einen Zustand chronischer Entzündung dar und gelte als wahrscheinlichste Ursache für den Anstieg der Fälle von frühem kolorektalem Karzinom (Early-Onset Colorectal Cancer, EO-CRC). So wird ein Tumor des Dickdarms (Kolon) oder Mastdarms (Rektum) bezeichnet, der vor dem 50. Lebensjahr diagnostiziert wird.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





