
Digitale Plattformen: Mehr Ungleichheit geht kaum
Digitale Plattformen : Mehr Ungleichheit geht kaum Von Harald Staun 25.06.2026, 20:44Lesezeit: 3 Min. Auch auf dem Smartphone verbringen Nutzer die meiste Zeit mit den Angeboten der großen Unternehmen.Picture...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Digitale Plattformen : Mehr Ungleichheit geht kaum Von Harald Staun 25. 2026, 20:44Lesezeit: 3 Min. Auch auf dem Smartphone verbringen Nutzer die meiste Zeit mit den Angeboten der großen Unternehmen.
Picture AllianceEine neue Studie zur Nutzung digitaler Medien zeigt, dass sich an der Dominanz von Big Tech nichts geändert hat. KI-Modelle verstärken sie eher noch. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Bei der Analyse digitaler Medien gibt es ein erstaunliches Paradox: Jede Regung der Nutzer der verschiedenen Dienste, jeder Klick, jeder Swipe lässt sich erfassen.
Die Einzelheiten
Aber genaue Daten über die allgemeine Mediennutzung gibt es kaum. Die meisten Statistiken werden, wie etwa bei der jährlichen Studie von ARD und ZDF, durch Telefon- oder Onlinebefragungen ermittelt. Was nicht nur mehr oder weniger große Verzerrungen gibt, weil die Teilnehmer solcher Umfragen dazu neigen, sozial erwünschte Antworten zu geben.
Sondern auch, weil sie exakte Angaben schlicht überfordern, etwa wenn es um die Nutzungsdauer geht: Wer weiß schon genau, wie viele Minuten er pro Tag mit Insta-Doomscrolling, Whatsapp-Nachrichten, Candy Crush oder auf Google Maps verbringt. Der Kölner Medienwissenschaftler Martin Andree hat vor sechs Jahren mit einer Studie, die er gemeinsam mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) durchführte, ein wenig Licht ins Dunkel gebracht. Sein „Atlas der digitalen Welt“ zeigte das enorme Ausmaß der Machtkonzentration: Allein Alphabet und Meta (damals noch Facebook) griffen 34,2 Prozent der Zeit ab, die Nutzer online verbringen, rund 70 Prozent machten die Top 100 unter sich aus.
-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Die oberen 0,003 ProzentSechs Jahre sind im dynamischen Digitalmarkt eine Ewigkeit. Nun hat Andree seine Ergebnisse in der etwas kleineren Studie mit 8000 statt 16.
Was Experten sagen
000 Teilnehmern aktualisiert. Dass sich an der Dominanz von Big Tech kaum etwas verändert hat, ist keine große Überraschung: Auf die Top 10 entfallen zwar nur noch 46 Prozent (2020 waren es 50,7), danach flacht der Traffic abrupt ab. Bei den Top 500 nahm die Konzentration leicht zu und liegt jetzt bei 86,2 Prozent.
Vom Anschein, dass sich darin doch eine ganz ordentliche Vielfalt ausdrückt, bleibt aber nicht viel übrig, wenn man diese Angebote ins Verhältnis zur Gesamtzahl setzt: 500 Seiten sind gerade einmal 0,003 Prozent aller registrierten Domains. Wie extrem die Ungleichverteilung ist, erkennt man besonders gut, wenn man die Statistik mit dem Gini-Koeffizienten ausdrückt, dem Maß, das man auch bei der Verteilung von Vermögen verwendet und auf einer Skala von 0 (absolute Gleichverteilung) bis 1 (maximale Ungleichheit) anzeigt. Er hat sich seit 2020 kaum verändert: Damals lag er bei 0,988, heute bei 0,987.
Das macht sehr deutlich, wie wenig Wirkung die Versuche haben (etwa durch Regularien der EU), die Dominanz der großen Plattformen zu beschränken.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





