
Ein Kölner Volksheld: Knipps Hennes
Ein Kölner Volksheld : Knipps Hennes Ein Kommentar von Patrick Bahners 16.05.2026, 16:00Lesezeit: 3 Min. „Loss mer jet schunkele“: Hans Knipp machte sich später im Sitzungskarneval rar und schuf große Teile seines...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Ein Kölner Volksheld : Knipps Hennes Ein Kommentar von Patrick Bahners 16. 2026, 16:00Lesezeit: 3 Min. „Loss mer jet schunkele“: Hans Knipp machte sich später im Sitzungskarneval rar und schuf große Teile seines Werkes im Westerwald.
Picture AllianceEin Dichter und Komponist wie Hans Knipp hat eine Statue im Museum verdient. Aber in Köln machen die städtischen Museen der Reihe nach zu. Knipps Verehrer treten deshalb auf den Spielplätzen in Aktion.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Die Spielplätze in Köln heißen weiter Spielplätze und sind nicht in Aktionsflächen umbenannt worden, wie es ein übereifriger Unterbürgermeister – dä Mann es topp, ävver beklopp – angeordnet hatte. Hier wird die Stadt nicht neu erfunden, hier ist sie seit jeher in den Sand gesetzt. Hier darf man sich dreckig machen und muss nicht auf die Straßenreinigung warten – warum hat der Mensch Calgon?
Man muss nichts tun, wenn man nicht lustig ist, und eben deshalb tritt just hier der Verein der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums in Aktion, um ein Andenken an Hans Knipp zu stiften, den 2011 verstorbenen Liederdichter, der am 10. Mai achtzig Jahre alt geworden wäre. Gesammelt werden Spenden für Spielplatzgeräte, hand- und wetterfeste Volkspoesieautomaten mit Phantasienamen wie „Stammbaum zum Klettern“ und „Sandkastenschiff vom Feschers Köbes“.
Dieser Köbes ist kein Kellner, sondern der Held einer Geschichtsballade, die Knipp 1979 für die Bläck Fööss schrieb, der Anführer des Aufstands gegen Erzbischof Anno im Jahr 1074, Sohn eines vom Erzbischof enteigneten Rheinschiffers, mit Rheinwasser – joot! – getauft auf den Namen des heiligen Jakobus und von den Henkern des seit 1183 tatsächlich ebenfalls heiligen Anno geblendet. Die Sozialsysteme guter NachbarschaftshifeDer Nachbau des Fescher-Bootes wäre eigentlich eine schöne Bereicherung für das Stadtmuseum, dem in seinem innenstädtischen Exilquartier dafür aber der Platz fehlen dürfte.
Was Experten sagen
Entsprechendes gilt für den Kletterbaum: Wie erdacht für das Migrationsmuseum Selma, weil das Lied „Unse Stammbaum“ die Einwanderung in die Sozialsysteme guter Nachbarschaftshilfe seit der Römerzeit zelebriert – wo Selma Wurzeln schlagen soll, ist aber immer noch ungewiss, nach allerjüngstem Stadtratschluss jetzt vielleicht doch auf der rechten Rheinseite: hundert Jahre lang nur verachtet, und kein Ende in Sicht. „Janz am Eng, do kütt mer bei de Aape. / Nä, wat sin dat vill, nä, wat sin dat vill!
“ Die Primatenpopulation im Kölner Zoo ist im März 2026 um Tongay und Aster vermehrt worden, zwei Mongozmaki-Männchen aus Frankreich. dpaMuseen sind in der verkehrten Welt der Kölner Kulturpolitik zum Inbegriff des Provisorischen geworden, ein Haus nach dem anderen wandert ins Interim beziehungsweise Fegefeuer. Nur der Dom bleibt an seinem Ort, wie es die Kölner schwören, wenn sie in Knipps bekanntestes Lied einstimmen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




