
Europaparlament: Die Veggiewurst darf ihren Namen behalten
Kompromiss im Europaparlament Die Veggiewurst darf ihren Namen behalten Sojaschnitzel und Veggieburger dürfen weiter so heißen. Das hat das EU-Parlament entschieden. Für bestimmte Ersatzprodukte gilt aber weiter ein...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Kompromiss im Europaparlament Die Veggiewurst darf ihren Namen behalten Sojaschnitzel und Veggieburger dürfen weiter so heißen. Das hat das EU-Parlament entschieden. Für bestimmte Ersatzprodukte gilt aber weiter ein Namensverbot.
31 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Audio steht in Kürze zur Verfügung In Kürze bereit X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern Vegetarische Würstchen Foto: Tetiana Chernykova / Zoonar / picture alliance Vegetarische Ersatzprodukte dürfen gängige Namen wie Veggieburger oder Sojaschnitzel in der EU vorerst weiter tragen.
Die Einzelheiten
Das Europaparlament hat in Straßburg einen Kompromiss vom März bestätigt, wonach die Begriffe Burger, Schnitzel, Wurst und Nuggets nicht auf der schwarzen Liste landen. Auf Veggie-Produkten darf künftig aber nicht mehr Hühnchen oder Rindfleisch stehen, auch Begriffe wie Steak, Bacon, Leber oder Rippen sind verboten. Der Vorschlag geht auf die französische Europaabgeordnete Céline Imart zurück , die nach eigener Aussage die Interessen französischer Rinderbauern schützen wollte.
Verbraucherorganisationen sowie die deutsche Bundesregierung sprachen sich in den Verhandlungen gegen ein Verbot aus. Reaktion auf Protest von LandwirtenDie verabschiedete Regelung ist Teil einer Reform, mit der die EU auf Bauernproteste in mehreren europäischen Ländern reagiert hatte. Sie sollte ursprünglich die Position der Landwirtinnen und Landwirte in Preisverhandlungen mit Supermärkten stärken und enthält dafür unter anderem Vorgaben für Verträge in der Milchindustrie.
Für die Veggiebranche dürften auch die abgeschwächten Namensänderungen spürbare Folgen haben. Ein Vertreter des Lobby- und Branchenverband BALPro schätzte die Kosten für den deutschen Markt im März auf bis zu 250 Millionen Euro. Der Branchenverband forderte damals »rechtssichere Auslegungshilfen« und »praktikable Übergangsregelungen« von der Bundesregierung.
Was Experten sagen
Die Vertreter der Veggie-Branche kündigten zudem an, rechtliche Schritte zu prüfen. Mehr zum Thema Entscheidung im Streit über Bezeichnung: EU-Parlament stimmt für »Veggieburger«-Verbot »Würde die gesamte Branche ausbremsen«: Darf Veggie-Wurst noch Wurst heißen? Ein Interview von Maria Marquart Lebensmittelchemiker über Fleischersatzprodukte: Wie gesund sind Veggieschnitzel und Sojawurst?
Ein Interview von Julian Aé Der Rat der 27 EU-Länder muss die Änderungen noch absegnen, sie gelten bis Ende des kommenden Jahres. Für die Zeit danach ist ohnehin eine Reform der Regeln der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union fällig. Im Zuge der Neuauflage dürfte auch die Diskussion über Burger und Schnitzel erneut aufkommen.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





