
Filmfestival Cannes: Das Kino hat den Schuss gehört
Filmfestival Cannes : Das Kino hat den Schuss gehört Von Maria Wiesner, Cannes 19.05.2026, 17:42Lesezeit: 4 Min. Wo steckt die Seele? Rimu Kuwaki in „Sheep in the Box“Le PacteDie Welt braucht nicht noch mehr Bösewichte:...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Filmfestival Cannes : Das Kino hat den Schuss gehört Von Maria Wiesner, Cannes 19. 2026, 17:42Lesezeit: 4 Min. Rimu Kuwaki in „Sheep in the Box“Le PacteDie Welt braucht nicht noch mehr Bösewichte: Drei Filme aus Japan erzählen in Cannes neue Geschichten ohne Mordgesellen und Dunkelmänner.
Das funktioniert erstaunlich gut. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Die klassische Filmerzählung braucht einen Antagonisten, eine Person, an der die Helden sich abarbeiten können. Drei japanische Regisseure treten im Wettbewerb von Cannes den Beweis an, dass es auch anders geht – so stark, thematisch wie zahlenmäßig, war das Land seit fünfundzwanzig Jahren nicht mehr an der Croisette vertreten.
Die Einzelheiten
Hirokazu Kore-eda, der hier 2018 mit dem Familiendrama „Shoplifters“ die Goldene Palme gewann, malt diesmal mit „Sheep in the Box“ eine nicht allzu ferne Zukunft aus. Ein Paar hat seinen Sohn verloren. Sie ist Architektin, er Schreiner.
Was dem Kind genau passiert ist, haben bislang weder die Eltern noch die Polizei komplett klären können, weshalb die Mutter auch zwei Jahre nach dem Tod des Jungen ihre Trauer nicht überwunden hat. „Sie sind noch nicht bereit zu vergessen? “, fragt eines Tages eine Werbesendung des Unternehmens Rebirth und bietet der Trauernden an, ihr Kind anhand alter Video- und Audiodaten als KI-gestützten humanoiden Roboter zu rekonstruieren.
Sie ist vom neuen Jungen, der nicht nur die Erinnerungen des Verstorbenen hat, sondern auch schnell Neues lernt, begeistert. Der Vater bleibt skeptisch: „Sag mir jetzt nicht, dass er eine Seele hat“, spottet er. „Aber du sagst immer, auch Bäume haben eine Seele“, kontert sie.
Was Experten sagen
Externer Inhalt von Youtube Um externe Inhalte anzuzeigen, ist Ihre widerrufliche Zustimmung nötig. Dabei können personenbezogene Daten von Drittplattformen (ggf. USA) verarbeitet werden.
Weitere Informationen . Externe Inhalte aktivieren Bereits in „Air Doll“ (2009) stellte Kore-eda solche Fragen, denen er hier nun weiter nachspürt. Wann entsteht Bewusstsein?
Was macht Menschen aus? Wie wollen wir leben? In „Sheep in the Box“ schmückt er seine Zukunftsvision mit effektivem Tiefendekor: Die Linien der Häuser folgen elegantestem Bauhausstil; die Figuren tragen pastellfarbene Kleidung aus Stoffen, die aussehen, als müssten sie erst noch erfunden werden, so reflektiert etwa die durchsichtigen Kochschürze der Mutter das Licht wie tausend Diamanten.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





