
Franz Hengsbach – Essen: Neue Missbrauchsvorwürfe gegen verstorbenen Kardinal
Neue Missbrauchsvorwürfe gegen verstorbenen Kardinal »Es gab klare Hinweise, dass Franz Hengsbach ein Täter war« Eine Studie listet weitere Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Essener Bischof Hengsbach auf. In...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Neue Missbrauchsvorwürfe gegen verstorbenen Kardinal »Es gab klare Hinweise, dass Franz Hengsbach ein Täter war« Eine Studie listet weitere Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Essener Bischof Hengsbach auf. In mindestens vier Fällen halten die Forscher die Schilderungen für plausibel. 02 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (4 Minuten) 4 Min X.
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern Abtransport der Skulptur des Essener Kardinals Franz Hengsbach vor dem Essener Dom 2023: Neue Vorwürfe Foto: Christoph Reichwein / dpa / picture alliance Eine Studie zu sexuellem Missbrauch durch den verstorbenen Essener Bischof Franz Hengsbach hat weitere Verdachtsfälle zutage gefördert. 66 Menschen hätten sich nach einem Interviewaufruf Ende 2024 gemeldet, insgesamt vier geschilderte Missbrauchsfälle seien als »gut belegt und plausibel einzustufen«, sagten Forscher der beauftragten Institute bei einem Zwischenbericht über die Studie in München.
Die Einzelheiten
»Es gab klare Hinweise, dass Franz Hengsbach ein Täter war«, sagte die Forscherin Helga Dill. Bisher waren zwei mögliche Übergriffe aus den Fünfzigerjahren und Sechzigerjahren bekannt. Bild vergrößern Hengsbach im Jahr 1988: Soll mehrfach sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige ausgeübt haben Foto: Fritz Fischer / dpa Der viele Jahre hoch angesehene Ruhrbischof soll in drei Fällen in den Fünfzigerjahren bis Achtzigerjahren sexualisierte Gewalt gegen junge Mädchen ausgeübt haben, ein möglicher Übergriff gegen einen Jungen gilt als »in der Schilderung konsistent«, sagten die Forscher.
Hengsbach soll unter anderem Mädchen an die Brust gefasst und eine 16-Jährige zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Einen Firmling soll Hengsbach Ende der Sechzigerjahre in der Sakristei aufgefordert haben, sich auf seinen Schoß zu setzen und »hin- und herzurutschen«. »Sexualstraftäter ohne Wenn und Aber«»Hengsbach war ein Sexualstraftäter – ohne Wenn und Aber«, sagte der Sprecher der Betroffenen, Johannes Norpoth.
Die Kirche müsse Konsequenzen ziehen und Macht in ihren Strukturen begrenzen. »In mindestens drei Fällen sexualisierter Gewalt gegen junge Frauen ist davon auszugehen, dass sie so stattgefunden haben, wie Betroffene sie schildern«, räumte der aktuelle Essener Bischof Franz-Josef Overbeck ein. Betroffenen sei über viele Jahrzehnte nicht geglaubt worden, sagte er.
Bild vergrößern Amtierender Essener Bischof Franz-Josef Overbeck: Räumt Versäumnisse ein Foto: Bernd Thissen / dpa Overbeck räumte auch selbst Versäumnisse im Kontext des Falls ein: Er habe Informationen aus Paderborn über einen Missbrauch durch Hengsbach, die ihm bereits 2011 vorlagen, jahrelang nicht weitergegeben. Er habe den Vorgang unterschätzt, weil er sich nicht habe vorstellen können, dass ein Bischof »zu solchen furchtbaren Taten fähig ist«, sagte er.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





