
Gekürzte Honorare: Wird Psychotherapie „ein Eliten-Ding“?
Gekürzte Honorare : Wird Psychotherapie „ein Eliten-Ding“? Von Sebastian Eder 30.04.2026, 06:16 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Prominente steigen in die Debatte ein: „Meine Befürchtung ist, dass sich viele...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Gekürzte Honorare : Wird Psychotherapie „ein Eliten-Ding“? Von Sebastian Eder 30. 2026, 06:16 Lesezeit: 4 Min.
Bildbeschreibung ausklappen Prominente steigen in die Debatte ein: „Meine Befürchtung ist, dass sich viele Psychotherapeuten dann auf Privatpatienten konzentrieren werden“, sagt Moderatorin Carolin Kebekus. dpa 4,5 Prozent weniger Honorar können Psychotherapeuten seit Anfang April für gesetzlich versicherte Patienten abrechnen. Werden die Wartezeiten dadurch länger?
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Bei vielen Psychotherapeuten herrscht gerade große Aufregung. Am Wochenende gingen wieder Therapeuten auf die Straße, um gegen finanzielle Einschnitte zu protestieren. In die Debatte haben sich auch Prominente eingeschaltet; die Moderatorin Carolin Kebekus nannte es kürzlich „völlig kontraproduktiv“, dass ambulante Psychotherapeuten bei gesetzlich Versicherten seit Anfang April 4,5 Prozent weniger Honorar abrechnen können.
„Meine Befürchtung ist, dass sich viele Psychotherapeuten dann auf Privatpatienten konzentrieren werden, weil sie mit denen mehr verdienen können“, sagte Kebekus. „Dann wird Psychotherapie ein Eliten-Ding. Die Aufregung begann am 11.
März: Der Erweiterte Bewertungsausschuss, der eigentlich zwischen Ärzten und Kassen vermitteln soll, beschloss gegen den Willen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) die 4,5-Prozent-Kürzung. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) hatte ursprünglich sogar eine Kürzung um zehn Prozent durchsetzen wollen, weil die durchschnittlichen Psychotherapeutenhonorare seit 2013 um 52 Prozent gestiegen seien – im Vergleich zu 33 Prozent bei den übrigen ärztlichen Fachgruppen. „Absolute Kampfansage der Krankenkassen“ So hätten die Therapeutenhonorare zuletzt rund zehn Prozent über dem Durchschnittshonorar von Chirurgen, Dermatologen, Gynäkologen, Hals-Nasen-Ohren-Ärzten und Urologen gelegen.
Was Experten sagen
Die Ausgaben für ambulante Psychotherapien haben sich laut dem GKV-Spitzenverband in den vergangenen zehn Jahren so auf jährlich etwa 4,6 Milliarden Euro verdoppelt, das entspreche fast zehn Prozent der Ausgaben für die ambulante ärztliche Versorgung. Mittlerweile seien etwa 40. 000 Psychotherapeuten in Deutschland tätig, knapp fünfzig Prozent mehr als 2015.
Das Honorar für eine Stunde Einzeltherapie liege nun bei 114,54 Euro, das sei „weiterhin gut“. Außerdem seien Zuschläge zur Finanzierung der Personalkosten für die Praxen gerade um 14,5 Prozent erhöht worden. Die KBV reichte trotzdem Klage ein.
Der Bundesvorsitzende der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung (DPtV) sprach von einer „absoluten Kampfansage der Krankenkassen“, die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) gar von einer „Desinformationskampagne“.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




