
Hermann Hesse in Montagnola: Vier Zimmer ohne Heizung, erster Stock links
Hermann Hesse in Montagnola : Vier Zimmer ohne Heizung, erster Stock links Von Astrid Ludwig 06.05.2026, 18:10Lesezeit: 5 Min. Hermann Hesses Schreibtisch stand und steht am richtigen Ort.Max Galli/laifIn der Casa...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Hermann Hesse in Montagnola : Vier Zimmer ohne Heizung, erster Stock links Von Astrid Ludwig 06. 2026, 18:10Lesezeit: 5 Min. Hermann Hesses Schreibtisch stand und steht am richtigen Ort.
Max Galli/laifIn der Casa Camuzzi in Montagnola im Schweizer Tessin schrieb Hermann Hesse Weltliteratur. Das dortige Museum lässt sich zum 150. Geburtstag des Dichters etwas ganz Besonderes einfallen.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Hinter dem schmalen Balkon aus Stein mit dem geschwungenen, schmiedeeisernen Gitter lag sein Arbeitszimmer, aus dem das Klappern der Schreibmaschine bis tief in die Nacht erklang. Bei Schreibpausen unterm Sternhimmel schweifte sein Blick über den verwunschenen alten Terrassengarten hinab zum Luganer See. Der Dichter ließ sich inspirieren von den dichten Baumwipfeln aus Palmen, Zedern, Kastanien zu seinen Füßen und dem zitronigen Blütenduft der Sommermagnolie.
Vier Zimmer ohne Heizung, erster Stock, links. Das war die Adresse der kargen, aber romantischen Mietwohnung in der Casa Camuzzi, in der Hermann Hesse zwölf Jahre lang wohnte und arbeitete. Hier erlebte der Schriftsteller und Nobelpreisträger eine seiner produktivsten Schaffensphasen.
Die Casa Camuzzi – wie ein Fabelwesen taucht sie im Ortskern von Montagnola auf. Ein schlossähnlicher Palazzo mit einer Fassade in Puderrosa und Verschnörkelungen im Zuckerbäckerstil: Erker, geschwungene Linien, runde Fenster wie Ochsenaugen, Balkone, Türmchen und Türme. Jahrhunderts von dem Tessiner Architekten und Stuckateur Agostino Camuzzi, der in Russland zu Geld kam, als er für Zar Nikolaus an der Eremitage arbeitete.
Was Experten sagen
Eine verspielte barocke Laune, die im 20. Jahrhundert Literaten und Künstler anzog. Hermann Hesse lebte von 1919 bis 1931 in der herrschaftlichen Villa, und auch der mit ihm befreundete Maler und Illustrator Gunter Böhmer wohnte später in einem Atelier unter dem Dach.
„Dies schöne wunderliche Haus“, schrieb Hesse, „hat mir viel bedeutet und war in mancher Hinsicht das originellste und hübscheste von all denen, die ich je besaß oder bewohnte. “ Mit der Erzählung „Klingsors letzter Sommer“ setzte er der Casa Camuzzi ein Denkmal. „Wie aus Angstträumen aufgewacht“Ins italienischsprachige Tessin verschlug es den Schriftsteller nach dem Ersten Weltkrieg.
Das Schlachten in Europa hatte Hesse psychisch sowie körperlich zermürbt und seine Ehe und Familie in zerstört. In Deutschland wurde der Kriegskritiker als Vaterlandsverräter und Nestbeschmutzer verunglimpft. Nur ein radikaler Neubeginn und die Befreiung aus bürgerlichen Zwängen konnten helfen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





