
Hermann Löns: Teutone hoch vier
Hermann Löns : Teutone hoch vier Gastbeitrag Von Jens-Christian Wagner 16.07.2026, 13:36Lesezeit: 9 Min. Das Denkmal in der Hermann-Löns-Straße in Walsrode ist einer Porträtfotografie nachempfunden, die um 1900...
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Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Hermann Löns : Teutone hoch vier Gastbeitrag Von Jens-Christian Wagner 16. 2026, 13:36Lesezeit: 9 Min. Das Denkmal in der Hermann-Löns-Straße in Walsrode ist einer Porträtfotografie nachempfunden, die um 1900 aufgenommen wurde.
Picture AllianceJe wölfischer er aussieht, desto besser: Der Dichter Hermann Löns wurde von der rassistischen Rechten postum als Vorkämpfer entdeckt. Diese Traditionspflege hat in der Landschaft ihre Zeichen hinterlassen. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Bis heute wird Hermann Löns vielfach als „Heidedichter“ und Vorkämpfer des Naturschutzes verehrt.
Die Einzelheiten
Es gibt kaum einen Ort in der Lüneburger Heide, an dem nicht mit Denkmälern oder Straßennamen an den Schriftsteller erinnert wird, der 1914 als Kriegsfreiwilliger in Frankreich fiel. Vollkommen ausgeblendet wird dabei, dass Löns als Blut-und-Boden-Autor einen nicht unwesentlichen Einfluss auf das völkische und rechtsextreme Milieu der vergangenen hundert Jahre hatte, nicht zuletzt auch weil die Nationalsozialisten sich auf seine „völkische Sendung“ beriefen – so ein Buchtitel zu seinem Werk aus dem Jahr 1937. Hermann Löns wurde 1866 in Westpreußen geboren, verbrachte aber den größten Teil seiner Berufstätigkeit als Journalist und Schriftsteller in Niedersachsen.
In seiner Lyrik und Prosa stellte er dem westlichen Liberalismus und dem rationalen Denken die „deutsche Seele“ und die „deutsche Natur“ entgegen und zeichnete das Bild einer organisch-gesunden romantischen Heidelandschaft, die durch Verstädterung und „kulturfremde“ Einflüsse bedroht werde. Eng fühlte er sich der Heimatkunst- oder auch Heimatschutzbewegung verbunden, die vor allem auf den Komponisten Ernst Rudorff zurückging. -Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.
bei Google bevorzugen Heimatschutz versprach ArbeiterschutzDie Heimatschutzbewegung war eine Reaktion auf die Verunsicherung des Kleinbürgertums, das vor dem Hintergrund des rasanten technischen und sozialen Wandels um die Jahrhundertwende von Abstiegsängsten erfasst wurde – aber auch eine Folge realer sozialer Probleme in den Großstädten, der Verelendung der Industriearbeiterschaft und der zunehmenden Umweltzerstörung. Autoren wie Rudorff und Löns imaginierten die reine, deutsche Natur. Die historische Kulturlandschaft mit nach Naturgesetzen wirtschaftenden Bauern galt als Verkörperung des edlen und wahren Volkstums, dem die Heimatschützer das Zerrbild des städtischen Molochs mit einer entwurzelten und von der Krankheit des sozialistischen Materialismus befallenen Industriearbeiterschaft entgegensetzten – einen Mythos, der anschlussfähig war für antisemitische Verschwörungserzählungen, nach denen hinter dieser Entwicklung „der Jude“ stehe.
„Weine nicht um mich, mein Schatz, und denke / für das Vaterland, da floß sein Blut“: das Grab von Hermann Löns in WalsrodeBernd Hartung / Agentur Focus, Bernd Hartung/OSTKREUZ Archiv1904 gründete Ernst Rudorff in Leipzig den „Bund Heimatschutz“.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





