
Integration in Deutschland: Ich und der Junge, der ich war
Integration in Deutschland : Ich und der Junge, der ich war Von Ahmad Alkhaled 14.05.2026, 16:08Lesezeit: 9 Min. „Man ist nicht so einsam in der Welt, wie ich einst dachte“: Ahmad Alkhaled, den seine Freunde „Hamudi“...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Integration in Deutschland : Ich und der Junge, der ich war Von Ahmad Alkhaled 14. 2026, 16:08Lesezeit: 9 Min. „Man ist nicht so einsam in der Welt, wie ich einst dachte“: Ahmad Alkhaled, den seine Freunde „Hamudi“ nennen.
Jens GyarmatyMit 14 flüchtete unser Autor aus Syrien und fand sich als Heimkind in Berlin wieder. Gerade hat er einen Masterstudienplatz in Brüssel bekommen. Wie hat er das geschafft?
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Dieses Frühjahr sollte ich in den USA verbringen, ich hatte einen Praktikumsplatz im Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in Washington. Nachdem ich mich in meinem Studium der Kultur und Geschichte des Vorderen Orients viel mit dem Nahen Osten beschäftigt hatte, schien es erfrischend, mich dem transatlantischen Verhältnis zu widmen und dafür ein halbes Jahr lang in D. Stattdessen hocke ich jetzt in Berlin und verschicke jeden Tag Bewerbungen.
Die US-Botschaft hat meinen Antrag auf ein Visum ohne Begründung abgelehnt. Obwohl ich Deutscher bin, hat mein Geburts- und Herkunftsland Syrien, das Herr Trump kürzlich auf die Liste derjenigen Länder gesetzt hat, für die ein travel ban gilt, mal wieder unheilvolle Folgen für mein persönliches Leben. Können wir etwas dafür, wer und was wir sind, waren, werden?
Herkunft: Unser Leben in Syrien war im immateriellen Sinne reichIch kam nach Deutschland im Jahre 2015, unbegleitet und im Alter von knapp 15 Jahren: blowin’ in the wind, wie Bob Dylan vielleicht sagen würde, ein Tropfen in der „Flüchtlingswelle“, wie die deutsche Öffentlichkeit es nennt (Dylan ist da etwas eleganter). Meine Familie ist nie nachgekommen, Eltern und Geschwister wohnen noch in Syrien. Die deutsche Migrationsdebatte bedenkt selten, dass die Biographien geflüchteter Menschen lange vor deren Ankunft in Deutschland beginnen.
Was Experten sagen
Für ihr Werden im Land jedoch ist das grundlegend, meine Situation mit den USA nur ein Beispiel. Auswandern war nie etwas, das mich oder meine Familie interessiert hätte. Auch nach dem Ausbruch des Krieges blieb das der Fall.
Ich wurde in Hassake in Nordostsyrien in eine gebildete Familie hineingeboren, die in der Stadt einen Namen hatte und Anerkennung genoss. Unser Leben war in einem immateriellen Sinne reich, mein Weg schien vorgezeichnet: lernen, Arzt werden, gut leben. Bildung, das können wir in meiner Familie gut.
„Wenn wir viele wären, wäre Auswandern eine Option, aber wir sind doch so eine kleine Familie, wir müssen beieinanderbleiben“, pflegte mein Vater zu sagen. Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. jetzt lesen Als mein Onkel 2013 nach Holland flüchtete und ich mit ihm am Rechner eines Internet-Cafés per Skype telefonierte, konnte ich die Tränen nicht aufhalten: Ein Teil meiner Kindheit war verpixelt und 3000 Kilometer entfernt.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




