
Israel: Regierung erkennt Völkermord an Armeniern offiziell an
110 Jahre später Israel erkennt Völkermord an Armeniern an Lange vermied es Jerusalem, den Genozid an den Armeniern im Osmanischen Reich anzuerkennen – auch wegen seiner Beziehungen zur Türkei. Nun hat das Kabinett...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. 110 Jahre später Israel erkennt Völkermord an Armeniern an Lange vermied es Jerusalem, den Genozid an den Armeniern im Osmanischen Reich anzuerkennen – auch wegen seiner Beziehungen zur Türkei. Nun hat das Kabinett einen entsprechenden Vorschlag des Außenministers gebilligt. 28 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (3 Minuten) 3 Min X.
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern Israels Außenminister Gideon Sa’ar Foto: Juliane Sonntag / AA / photothek. de / picture alliance aufklappen Automatisch erstellt mit KI.
Die Einzelheiten
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positiv bewerten negativ bewerten Die israelische Regierung hat den Völkermord an den Armeniern vor mehr als 110 Jahren anerkannt. Das Kabinett habe einen entsprechenden Vorschlag des Außenministers Gideon Sa’ar einstimmig angenommen, teilte dessen Sprecher mit. »Es ist niemals zu spät, das Richtige zu tun«, sagte der Außenminister demnach.
Im vergangenen Jahr hatte bereits Benjamin Netanyahu in einem Interview als erster Regierungschef Israels den Völkermord anerkannt. Rund 1,5 Millionen Armenier starben 1915 und 1916 – im Ersten Weltkrieg – nach Forschungen von Historikern durch systematische Tötungen im Osmanischen Reich. Die Türkei als Rechtsnachfolgerin weist den Begriff Genozid, also die gezielte Auslöschung des armenischen Volkes mit systematischen Tötungsmethoden, zurück.
Was Experten sagen
Die Türkei spricht von Massenkern an 300. Lange Zurückhaltung wegen Beziehungen zur TürkeiIsrael hatte eine offizielle Anerkennung des Genozids lange vermieden. Es gab verschiedene Vorstöße im Parlament, die aber nie in einer formellen Abstimmung endeten.
Als Grund für die Zurückhaltung galt Rücksichtnahme auf die Beziehungen mit der Türkei und ihrem Verbündeten Aserbaidschan. Das Verhältnis zur Türkei habe sich jedoch in den vergangenen Jahren immer weiter verschlechtert, vor allem vor dem Hintergrund des Kriegs im Gazastreifen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan warf Israel 2023 einen »Genozid« (Völkermord) im Gazastreifen vor.
Der US-Kongress hatte die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkrieges 2019 als Völkermord anerkannt. Der Deutsche Bundestag hatte dies bereits 2016 getan. Dies belastete damals die deutsch-türkischen Beziehungen schwer.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.




