
Japanische Bürgermeisterin kündigt Babypause an – und das ganze Land diskutiert
Gleichberechtigung Japanische Bürgermeisterin kündigt Babypause an – und das ganze Land diskutiert Mit ihrem Mutterschutz schreibt Japans Bürgermeisterin Shoko Kawata Geschichte. Doch statt Glückwünschen bekommt die...
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Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Gleichberechtigung Japanische Bürgermeisterin kündigt Babypause an – und das ganze Land diskutiert Mit ihrem Mutterschutz schreibt Japans Bürgermeisterin Shoko Kawata Geschichte. Doch statt Glückwünschen bekommt die 35-Jährige eine hitzige Debatte darüber, ob gewählte Politikerinnen sich eine Babypause leisten dürfen. 23 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (3 Minuten) 3 Min X.
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern Bürgermeisterin Kawata: Macht Babypause und schreibt Geschichte Foto: Jiji Press / picture alliance Die Ankündigung der japanischen Bürgermeisterin Shoko Kawata, wegen der Geburt ihres Kindes mehrere Monate beruflich kürzerzutreten, hat in Japan eine landesweite Diskussion über Mutterschutz und die Rolle von Frauen in der Politik ausgelöst. Die 35-jährige Rathauschefin der Stadt Yawata südlich von Kyoto will sich zwei Monate vor und zwei Monate nach der Geburt ihres Kindes aus dem Tagesgeschäft zurückziehen.
Die Einzelheiten
Das kündigte sie auf einer Pressekonferenz an. Da es in Japan bislang keinen rechtlichen Rahmen für die Elternzeit kommunaler Spitzenpolitiker gibt, nimmt Kawata den Mutterschutz nicht offiziell in Anspruch. Stattdessen soll ihr Stellvertreter Shigeto Nose vorübergehend die Amtsgeschäfte übernehmen.
Mit ihrem Schritt schreibt Kawata Geschichte: Sie wird die erste Bürgermeisterin Japans, die während ihrer Amtszeit Mutterschutz nimmt. Kawata: Ohne Babypause würden Frauen von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen werdenWährend ihre Mitarbeiter die Entscheidung nach eigenen Angaben geschlossen unterstützen, fällt die öffentliche Reaktion deutlich gemischter aus. In sozialen Netzwerken und auf Videoplattformen wird kontrovers diskutiert.
Viele Nutzer loben Kawata dafür, Familie und Beruf miteinander vereinbaren zu wollen, und sehen in ihrem Vorgehen ein wichtiges Signal für andere Frauen, die eine politische Karriere anstreben. Kritiker hingegen werfen der Bürgermeisterin vor, ihre öffentlichen Pflichten zu vernachlässigen. Einige fordern sogar ihren Rücktritt oder eine Kürzung ihres Gehalts während der Auszeit.
Was Experten sagen
Kawata weist die Vorwürfe zurück. »Das würde bedeuten, dass alle Frauen zwischen 20 und 40 – Frauen, die schwanger werden können – von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen werden«, sagte sie der . Die Debatte berührt ein grundlegendes Problem der japanischen Gesellschaft.
Das Land kämpft seit Jahren mit einer niedrigen Geburtenrate und zugleich mit einer geringen politischen Beteiligung von Frauen. Nach offiziellen Angaben waren im vergangenen Jahr nur rund vier Prozent der 1720 Bürgermeister und Gemeindeoberhäupter Japans weiblich.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




