
Japans Billionen-Plan: Zum Fortschritt verdammt
Japans Billionen-Plan : Zum Fortschritt verdammt Ein Kommentar von Tim Kanning, Tokio 02.07.2026, 12:37Lesezeit: 3 Min. Hightech-Installation der japanischen Geschichte: Museumsbesucher in TokioPicture AllianceJapans...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Japans Billionen-Plan : Zum Fortschritt verdammt Ein Kommentar von Tim Kanning, Tokio 02. 2026, 12:37Lesezeit: 3 Min. Hightech-Installation der japanischen Geschichte: Museumsbesucher in TokioPicture AllianceJapans Regierung will mit Billionen-Investitionen die Wirtschaft ankurbeln.
Zum deutschen Sondervermögen gibt es einen entscheidenden Unterschied: Das Geld soll in Zukunftstechnologien fließen. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Der Zukunftsplan, den die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi vorige Woche vorgestellt hat, ist eine gigantische Wette. Auf umgerechnet mehr als zwei Billionen Euro summieren sich die Mittel, die die Regierung in den nächsten 14 Jahren in besonders aussichtsreiche neue Produkte und Technologien stecken will – wobei noch unklar ist, welcher Anteil davon vom Staat gestellt wird.
Die Einzelheiten
Die Hoffnung ist, dass die japanische Wirtschaft um ein Vielfaches von den Investitionen profitieren wird, indem neue Exportschlager, zukunftsfeste und besser bezahlte Arbeitsplätze entstehen. Die Herausforderungen, vor denen Japan derzeit steht, ähneln denen von Deutschland. Beide Volkswirtschaften, die sich an der dritten und vierten Stelle der Weltrangliste abwechseln, hängen in hohem Maße an der Autoindustrie, die durch den Wandel hin zu Elektromobilität und die forsch voranpreschenden Chinesen derzeit vom Kopf auf die Füße gestellt wird.
In beiden Volkswirtschaften hängt der wirtschaftliche Erfolg erheblich von der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Maschinenbauer, Chemie- und Pharmakonzerne ab – und davon, dass diese auch in Zukunft technologisch vorn mitspielen. Doch beide Volkswirtschaften haben Schwierigkeiten, in dieser Gemengelage ordentliche Wachstumsraten zu erzielen. -Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.
bei Google bevorzugen Ein Hauch von PlanwirtschaftHier wie dort soll nun ein Haufen Geld Abhilfe schaffen. Takaichis Billionen-Plan ist vergleichbar mit dem deutschen Sondervermögen. Doch in einem entscheidenden Punkt schlägt die Planung in Tokio jene in Berlin: Während die Bundesregierung mit ihren 500 Milliarden Euro auf dem Papier vor allem die marode Infrastruktur flicken will und in der Praxis Haushaltslöcher stopft, wollen die Japaner das Geld gezielt in Zukunftstechnologien stecken.
Fast planwirtschaftlich hat sich die Regierung in Tokio 62 Produkte und Technologien ausgeguckt, die sie für besonders zukunftsträchtig hält und deren Weiterentwicklung sie nun fördern will. Das wirft zwangsläufig die Frage auf, warum ausgerechnet Politiker wissen sollten, wo das Geld besonders sinnvoll investiert ist, vor allem wenn die Planung bis hinunter zu einzelnen Produkten wie flexiblen Solarfolien und neuen LNG-Tankern geht. Doch Tokio neigt seit jeher zum Dirigismus.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





