
Kunst und Wissenschaft: Gräueltaten in der Luft
Kunst und Wissenschaft : Gräueltaten in der Luft Ein Kommentar von Pia Heinemann 05.07.2026, 21:09Lesezeit: 2 Min. Jan Brueghel der Ältere, Allegorie der Luft (1611): 60 Vogel- und drei Fledermausarten sind zu...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Kunst und Wissenschaft : Gräueltaten in der Luft Ein Kommentar von Pia Heinemann 05. 2026, 21:09Lesezeit: 2 Min. Jan Brueghel der Ältere, Allegorie der Luft (1611): 60 Vogel- und drei Fledermausarten sind zu sehen.
Musée des beaux-arts de LyonSchon vor 400 Jahren war bekannt, dass Fledermäuse auch Vögel fressen. Das zeigt ein Gemälde Jan Brueghels des Älteren. Doch Biologen kamen den Vorlieben der Tiere erst kürzlich auf die Schliche.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Auf Gemälden entdeckt man oft Unerwartetes – auch oder gerade dann, wenn sie bereits 400 Jahre alt sind. Auf der Allegorie der Luft, einem von vier Gemälden, die die Elemente darstellten, hat Jan Brueghel der Ältere mit mehr als 60 Arten nicht nur einem ganzen Zoo der Vögel zu einem Auftritt verholfen, sondern auch mythischen Wesen: Die Papageien, Pfauen, Paradiesvögel und sogar ein flugunfähiger Strauß gruppieren sich neben Engelchen und dem Gott Helios, der seinen Sonnenwagen von feurigen Pferden über den Himmel ziehen lässt. Der Maler hat auch, recht klein und von einer Wolke vor dem Sonnengott verborgen, drei Fledermausarten in den Himmel gemalt.
Eine der Fledermäuse trägt einen Vogel im Maul, den sie offenbar kurz zuvor gefangen hat. Bis vor wenigen Jahren hätte man hierin vielleicht einen Verweis auf die Hölle gesehen, Fledermäuse galten im Übergang von Renaissance zu Barock für das Unheil, den Tod und die Finsternis. Und da Fledermäuse bekanntlich nachts jagen, sind sie bis heute ein Symbol für alles, was die Tugend, die Helligkeit scheut.
Riesenabendsegler Nyctalus lasiopterus mit Markierung am FlügelElena TenaDennoch hat Brueghel auf seinem Bild mehr Licht in diese düstere Welt gebracht, als ihm selbst vielleicht klar war. Denn neue Forschung zeigt, dass Fledermäuse nicht nur Mücken, Käfer oder Nachtfalter fressen – sondern auch Frösche, Fische und sogar Vögel. Riesenabendsegler, Nyctalus lasiopterus, greifen sich offenbar während der Vogelzugsaison immer mal wieder kleine Vögel aus der Luft.
Das schaffen sie, weil sie wendig sind und dank ihrer Größe (der Körper passt gerade auf einen Handteller, die Spannweite der Flügel kann 40 Zentimeter betragen) auch relativ schwere Beute tragen können. Erste Hinweise darauf lieferten von 20 Jahren Kotproben, in denen man Federn fand.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





