
Legendäre Fotoserien: Verboten gute Städtebilder
Legendäre Fotoserien : Verboten gute Städtebilder Von Andreas Platthaus 06.07.2026, 20:34Lesezeit: 4 Min. Dieses Foto war das Titelbild des beschlagnahmten Ausstellungskatalogs von 1986: Helga Paris fotografierte eine...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Legendäre Fotoserien : Verboten gute Städtebilder Von Andreas Platthaus 06. 2026, 20:34Lesezeit: 4 Min. Dieses Foto war das Titelbild des beschlagnahmten Ausstellungskatalogs von 1986: Helga Paris fotografierte eine Hallenserin vor der Nordseite der Marienkirche.
Nachlass/Estate Helga ParisAls Helga Paris ihre Fotografien der Stadt Halle ausstellen wollte, verhinderte das die SED. Nun ist die Serie im Museum Moritzburg zu sehen – flankiert mit Fotos von Konstanze Göbel, die die Partei als Gegenprogramm bestellt hatte. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Dies ist eine Farce aus der untergehenden DDR.
Die Einzelheiten
Angesiedelt in Halle an der Salle. Aber diese Farce hat Grandioses hervorgebracht. Zu Halle an der Saale.
Das verdankt sich vor allem drei Personen, die mit ihrem Blick auf die realsozialistische Wirklichkeit die Machthaber provozierten. Die drei waren gar nicht einmal in der Opposition, sie waren einfach Künstler. Das machte die Sache so schwierig.
Zwei Frauen, ein Mann: die Fotografin Helga Paris, ihre Kollegin Konstanze Göbel und der Gebrauchsgrafiker Helmut Brade. Miteinander bekannt, ja befreundet. Zwei von ihnen aus Halle: Göbel und Brade.
Was Experten sagen
Helga Paris wohnte dagegen in Ost-Berlin, doch ihre Tochter lebte damals in Halle. Alle drei waren Mitglieder im staatstragenden Verband Bildender Künstler. Das Plakatmotiv zu Konstanze Göbels Halle-Ausstellung des Jahres 1989, aufgenommen zwei Jahre zuvor in der Großen WallstraßeKulturstiftung Sachsen-Anhalt/Konstanze GöbelAls solche hatten sie Anspruch auf Ausstellungen, und eine davon sollte auf Brades Anregung 1986 in Halle stattfinden und jene Aufnahmen zeigen, die Helga Paris in den Jahren zuvor während Besuchen bei ihrer Tochter angefertigt hatte.
Es war eine zufällig entstandene Serie, gespeist von der Faszination der Berlinerin für ein Stadtbild, das mehr als in anderen ost- wie westdeutschen Städten von der Vergangenheit kündete: Halles Innenstadt hatte trotz Bombenschäden ihre alte Struktur bewahrt. Doch die Häuser verfielen. Und das zeigten die Bilder, obwohl etwa die Hälfte der insgesamt 101 Fotos, die Helga Paris für die Schau ausgewählt hatte, Porträts von Einwohnern der Stadt waren; „Häuser und Gesichter“ lautete deshalb der Ausstellungstitel.
Aber auch die Porträts folgten bei aller Inszenierung der Ästhetik von street photography. Aufgenommen in der Innenstadt, verbanden sie die Bewohner mit ihrer Stadt – mustergültig zu sehen in jenem Foto, das den Katalogtitel zieren sollte: das einer jungen Frau, die Helga Paris vor der Kulisse der Marienkirche porträtiert hat. Nur die wenigsten Szenerien waren derart repräsentativ.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





