
Lehrkräfte-Umfrage: Die große Angst vor politischen Debatten im Klassenzimmer
Umfrage der Robert Bosch-Stiftung Die Angst der Lehrer vor der Politik Erstaunlich viele Lehrkräfte glauben nach wie vor, dass sie im Klassenzimmer politisch absolut neutral sein müssen, zeigt das neue Schulbarometer....
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Umfrage der Robert Bosch-Stiftung Die Angst der Lehrer vor der Politik Erstaunlich viele Lehrkräfte glauben nach wie vor, dass sie im Klassenzimmer politisch absolut neutral sein müssen, zeigt das neue Schulbarometer. Dabei sind sie verpflichtet, für die Demokratie einzustehen. 05 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (4 Minuten) 4 Min X.
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern Lehrerin im Unterricht (Symbolbild): »Breite Verunsicherung« Foto: Sebastian Gollnow / dpa Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde.
Die Einzelheiten
Wenn es um politische Äußerungen im Klassenzimmer geht, sind viele Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland verunsichert: Fast jede fünfte Lehrkraft (18 Prozent) fühlt sich im Unterricht gehemmt, weil sie Sorge hat, gegen das Neutralitätsgebot für Lehrerinnen und Lehrer zu verstoßen. Und mehr als jeder vierte Pädagoge (27 Prozent) glaubt, die eigene politische Meinung im Unterricht grundsätzlich nicht äußern zu dürfen. Die Zahlen stammen aus dem Deutschen Schulbarometer , dessen aktuelle Ausgabe die Robert Bosch-Stiftung am Dienstag veröffentlicht hat.
Befragt wurden dafür mehr als 1500 Lehrerinnen und Lehrer. Die Ergebnisse sind nach Aussagen der beauftragten Forschenden repräsentativ für Deutschland. Und sie zeigen ein grundsätzliches Problem: Parteipolitische Indoktrinierung darf es im Klassenzimmer nicht geben, das schon.
Aber weder gibt es ein Neutralitätsgebot für Lehrerinnen und Lehrer noch ein generelles Verbot politischer Äußerungen, solange sie sich im Rahmen des Grundgesetzes bewegen. »Im Gegenteil, Lehrkräfte sind sogar dienstlich verpflichtet, sich für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzusetzen«, sagt Katharina Thoren, Bildungsexpertin der Bosch-Stiftung. Dass ein Viertel der Lehrkräfte glaube, jede noch so abwegige Meinungsäußerung von Schülerinnen und Schülern unwidersprochen stehen lassen zu müssen, um neutral zu bleiben, sei »erschreckend«.
Was Experten sagen
Meldeportale zur VerunsicherungGründe für die Unklarheiten in Bezug auf die eigene Rolle sieht Thoren in der verschärften gesellschaftlichen Debatte – und in gezielter Desinformation. Vor allem aus dem rechten politischen Spektrum werde mit Meldeportalen für angeblich nicht neutrale Lehrkräfte oder mit Dienstaufsichtsbeschwerden gezielt Druck aufgebaut. »Das mögen vielleicht nicht viele Fälle sein, aber das sorgt schon für breite Verunsicherung.
« Auch Uta Klusmann sagt: »Das ist schon ein substanzieller Anteil der Lehrkräfte, der verunsichert ist. « Klusmann ist Professorin am Erziehungswissenschaftlichen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin und eine der Autorinnen des Schulbarometers. Bildungspolitik, Schulaufsicht und Schulleitungen müssten darauf reagieren, sagt sie.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





