
Meinungsfreiheit in Indien: Der Teenager, der Modi trotzt
Meinungsfreiheit in Indien : Der Teenager, der Modi trotzt Von Till Fähnders, Lucknow 17.05.2026, 19:32Lesezeit: 7 Min. Begann unpolitisch: Ashwamit Gautam bei seiner Arbeit im nordindischen LucknowTill FähndersIn...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Meinungsfreiheit in Indien : Der Teenager, der Modi trotzt Von Till Fähnders, Lucknow 17. 2026, 19:32Lesezeit: 7 Min. Begann unpolitisch: Ashwamit Gautam bei seiner Arbeit im nordindischen LucknowTill FähndersIn Indien gerät ein 14 Jahre alter Influencer ins Visier der Staatsgewalt, weil er in seinen Videos die Politik kritisiert.
Dadurch wird er aber erst so richtig bekannt. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Das Haus des jungen Influencers steht am Ende einer löchrigen Sandstraße. In einem Zimmer im Erdgeschoss hängen neben der Tür Dutzende handschriftliche Notizen mit Ideen für Videobeiträge, historischen Daten und Büchertiteln.
Die Einzelheiten
Diese Wand in dem flachen Backsteinbau bildet auch den Hintergrund der meisten Aufnahmen des 14 Jahre alten Inders Ashwamit Gautam. Auf seinem Schreibtisch stellt er mit einem Stativ eine moderne Digitalkamera vor sich auf. Er schaltet das Neonlicht ein, das über dem Schreibtisch hängt.
Die Lampe wirft einen grellen Schein auf das schmale Gesicht mit den dunklen, wachen Augen. Die Elektrizität stammt aus einer Solaranlage; das Haus am Rand der nordindischen Millionenstadt Lucknow hat keinen Anschluss an das Stromnetz und die Wasserversorgung. Ohne Umschweife fängt der Teenager an, in schnellem Stakkato in die Kamera zu sprechen.
In dem Videobeitrag, den er an diesem Tag aufnimmt, richtet sich Ashwamit direkt an den seit 2014 regierenden Ministerpräsidenten Narendra Modi und seine Bharatiya Janata Party (BJP). „Hey, ihr BJP-Leute, nur zu, macht die Meinungsfreiheit zunichte! “, spricht er den Text, der auf dem Handydisplay vor ihm aufleuchtet.
Was Experten sagen
„Und nicht nur das – führt eine Diktatur ein und tut danach alles, was ihr wollt! In Beiträgen wie diesem, die Ashwamit mehrmals die Woche auf Instagram und Youtube postet, greift der Teenager den mächtigen Regierungschef und seine Partei frontal an. Er kritisiert Missstände wie die hohe Jugendarbeitslosigkeit, die schlimme Luftverschmutzung in den Städten und die Schlaglöcher in den Straßen.
Er spricht über die rechtskonservativen Hindunationalisten, die unter Modi die Macht ausüben, über den Konflikt Indiens mit Pakistan und Vorwürfe von Unregelmäßigkeiten bei Regionalwahlen. Bei vielen, die der Regierung kritisch gegenüberstehen, trifft er mit seinen Inhalten einen Nerv. Bei Instagram hat er 2,4 Millionen Follower.
Seine Posts bekommen Zehntausende, Hunderttausende oder Millionen Likes. Religiöse Nationalisten bezeichnen ihn als „anti-national“Manche vergleichen Ashwamit schon mit dem prominenten Influencer Dhruv Rathee, der die Nachrichtenlage in Indien von Europa aus kritisch kommentiert. Auf Youtube hat Rathee mit 36 Millionen Abonnenten allerdings eine deutlich größere Gefolgschaft als der Teenager aus Lucknow.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





