
Mitbestimmung von Athleten: Dann streikt doch, liebe Sportler!
Mitbestimmung von Athleten : Dann streikt doch, liebe Sportler! Ein Kommentar von Anno Hecker 10.05.2026, 08:53Lesezeit: 2 Min. Gold aus 92 Prozent Silber: Exorbitant hoch ist der Lohn für Olympiasieger in Deutschland...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Mitbestimmung von Athleten : Dann streikt doch, liebe Sportler! Ein Kommentar von Anno Hecker 10. 2026, 08:53Lesezeit: 2 Min.
Gold aus 92 Prozent Silber: Exorbitant hoch ist der Lohn für Olympiasieger in Deutschland noch immer nicht. dpaSeit Jahrzehnten kämpfen Athleten um Einfluss im Sport – anfangs mit spontanem Boykott, inzwischen mit modernen Athletenvertretungen. Doch das Rütteln an den Machtverhältnissen ist noch nicht beendet.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Der „Septemberstreik“ mag vergessen sein. Aber er gilt Nostalgikern als Geburtsstunde des Widerstands gegen die Macht der Apparatschiks: Westdeutsche Leichtathletinnen und -athleten boykottierten die Einzelwettbewerbe bei der EM 1969 in Athen. Aus Protest gegen das von der DDR erwirkte Startverbot gegen den in den Westen geflüchteten Läufer Jürgen May.
Eine schöne Solidaritätsgeschichte. Sie zeigt die Kraft von Spitzensportlern, wenn sie sich nur einig sind. Sie zeigt aber auch, dass hinter diesem Impuls zu wenig Substanz steckte.
Jedenfalls nicht das, was das Wort Streik suggeriert: eine Gewerkschaft im Hintergrund, eine gefüllte Streikkasse, eine Macht im alltäglichen Kampf gegen Fremdbestimmung. Was hätte allein eine starke Interessengemeinschaft in den folgenden Jahrzehnten durchsetzen können? Sie wollten keine „Monster“Vielleicht das Ende, zumindest eine Reduzierung der – damals öffentlich vor allem von Athletinnen verteufelten – biochemischen Hochrüstung in den Arenen.
Was Experten sagen
Sie wollten keine „Monster“. Aber der meist von Männern geführte Spitzensport verstand es, die sich zusammenrottenden, honorigen Einzelkämpfer stets zu spalten und dann zu beherrschen. Die Mitbestimmung blieb ein Traum.
Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. jetzt lesen Vor etwa 25 Jahren entstehende sogenannte Spielergewerkschaften in Mannschaftssportarten entpuppten sich als bessere Interessenvertretungen, während der Berufssport im Alltag einen wachsenden Raum einnahm: immer mehr Wettkämpfe, an jedem Tag ein Kick, Sport im Fernsehen in der Dauerschleife. Das führte zu Reichtum, zu aberwitzigen Stundenlöhnen etwa im Fußball.
Die meisten Profis anderer Sportarten blieben aber Malocher, die dem Internationalen Olympischen Komitee zwar Milliarden bei Olympischen Spielen bescheren. Das Geld aber fließt an die internationalen Fachverbände. Ein Olympiasieger bekommt eine Goldmedaille aus 92 Prozent Silber im Wert von etwa 1600 Euro und in Deutschland 30.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





