
Müntefering über Reformen: „Die Menschen müssen sehen, da bewegt sich was“
Müntefering über Reformen : „Die Menschen müssen sehen, da bewegt sich was“ Von Ralph Bollmann 11.05.2026, 13:28Lesezeit: 6 Min. Franz Müntefering, 86, war SPD-Vorsitzender und Arbeitsminister.Picture...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Müntefering über Reformen : „Die Menschen müssen sehen, da bewegt sich was“ Von Ralph Bollmann 11. 2026, 13:28Lesezeit: 6 Min. Franz Müntefering, 86, war SPD-Vorsitzender und Arbeitsminister.
Picture AllianceSPD-Veteran Franz Müntefering setzte einst die Rente mit 67 durch. Hier erklärt er, warum man nicht jeden Tag eine Großreform machen kann – und wieso es jetzt wieder an der Zeit ist. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Herr Müntefering, vor einem Vierteljahrhundert haben Sie gemeinsam mit Gerhard Schröder die Agenda 2010 durchgesetzt, anschließend als Arbeitsminister die Rente mit 67 eingeführt.
Die Einzelheiten
Wussten Sie damals, welche Proteste auf Sie zukommen würden – und dass es die SPD am Ende die Kanzlerschaft kosten könnte? Das wussten wir, aber wir haben trotzdem gesagt: Wir machen das jetzt, wir können das schaffen, und wir kämpfen dafür. Das haben wir dann auch getan.
Was gab den Ausschlag, es zu wagen? Das allgemeine Gefühl im Land war: Da ist was fällig, wir müssen uns modernisieren. Da ging es natürlich um Versäumnisse der vorangegangenen politischen Zeiten.
Und ich glaube, dass Schröder als Person von entscheidender Bedeutung dafür war, die Reformen in Gang zu setzen. Was er gemacht hat, war mutig, es war ein großes Risiko. Dann kamen 2005 die vorgezogenen Neuwahlen, eine einsame Entscheidung von Schröder und Ihnen.
Was Experten sagen
Würden Sie aus heutiger Sicht sagen, man hätte einfach die Nerven behalten und durchhalten müssen? Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. jetzt lesen Ich habe mir die Entscheidung verdammt schwer gemacht.
Aber wir hatten einfach keine Mehrheit mehr. Es waren ungefähr zehn Kollegen vor allem aus Süddeutschland, die öffentlich erklärt haben, sie würden weiteren Reformgesetzen nicht zustimmen. Wir hatten aber nur eine Mehrheit von fünf oder sechs Mandaten.
Ich habe mit allen noch mal gesprochen, aber einige haben mir nicht gesagt, ob sie zustimmen oder nicht. Zu sagen, wir ziehen das noch ein Jahr durch: Das hätten wir nicht geschafft. Deshalb waren die Neuwahlen die Chance, die wir hatten, und die haben wir auch genutzt.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





