
Nach Wahlniederlage: Starmer will „weder nach rechts noch nach links“ schwenken
Nach Wahlniederlage : Starmer will „weder nach rechts noch nach links“ schwenken Von Johannes Leithäuser, London 09.05.2026, 11:48Lesezeit: 3 Min. Keir Starmer in London am FreitagdpaErst jetzt ist das Ausmaß der...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Nach Wahlniederlage : Starmer will „weder nach rechts noch nach links“ schwenken Von Johannes Leithäuser, London 09. 2026, 11:48Lesezeit: 3 Min. Keir Starmer in London am FreitagdpaErst jetzt ist das Ausmaß der verheerenden Niederlage der Labour-Partei offensichtlich.
Der Premierminister gibt sich unbeirrt, gesteht aber Fehler ein. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Der britische Premierminister Sir Keir Starmer soll nach dem Willen vieler Abgeordneter seiner regierenden Labour-Partei einen Kurswechsel vollziehen, um seinen Rücktritt abzuwenden. Nach der verheerenden Wahlniederlage Labours in Wales und schweren Verlusten bei englischen Kommunalwahlen mehren sich die Forderungen an Starmer, er möge seine Politik stärker an den Wünschen der eigenen Anhänger orientieren.
Die Einzelheiten
Außerdem solle er jenen stärker helfen, denen steigende Lebenshaltungskosten zu schaffen machen. Zwar stellten sich am Freitagabend die Mitglieder von Starmers Kabinett hinter ihren Premierminister, indem sie in Online-Kurznachrichten Zustimmung äußerten; doch stieg andererseits die Zahl der Hinterbänkler auf rund 30, die seinen Rücktritt oder wenigstens einen Zeitplan für seinen Rückzug forderten. Die Verluste Labours bei den Wahlen vom Donnerstag erreichten vor allem in Wales drastische Ausmaße.
Dort hatte Labour seit der Gründung eines eigenen walisischen Parlaments vor knapp drei Jahrzehnten die Regionalregierung angeführt. Nun verlor die Partei 35 Sitze, ihr blieben bloß noch neun, selbst die bisherige Ministerpräsidentin Eluned Morgan gewann ihr Mandat nicht mehr. Die rechtspopulistische Reform UK hingegen, die erstmals in Wales antrat, erreichte aus dem Stand 34 Sitze.
Die walisischen Nationalisten der Partei Plaid Cymru verdoppelten sich nahezu auf 43 Mandate. Sie werden die nächste walisische Regierung führen, benötigen aber einen Koalitionspartner. Kein MisstrauensmechanismusIn Schottland kann die seit 16 Jahren regierende nationalistische SNP ein weiteres Mal die Regierung bilden, hat aber in ihrem Betreiben auf eine schottische Unabhängigkeit durch leichte Mandatsverluste einen Dämpfer erhalten.
Was Experten sagen
Bei den englischen Kommunalwahlen büßte Labour rund 1400 der knapp 2500 Sitze ein, die die Partei bislang gehalten hatte, die Konservativen verloren rund 550 ihrer 1330 Mandate. Reform UK, die Partei des einstigen Anführers der Brexit-Bewegung Nigel Farage, gewann knapp 1500 Sitze. Auch die Grünen verzeichneten Erfolge, sie konnten die Zahl ihrer Sitze auf rund 500 mehr als verdoppeln.
Die stellvertretende Labour-Parteichefin Lucy Powell bestritt am Samstag die Ansicht, dass ein Wechsel an der Spitze das Ansehen ihrer Partei wieder heben könne. Die Regierung mache sich „lächerlich“, wenn sie jetzt eine Führungsdebatte anzettele, sagte Powell. Anders als die Konservativen verfügt Labour nicht über einen Misstrauensmechanismus, der einen Parteiführer zum Rücktritt zwingen kann.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





