
Nacktszene mit Kinski: Der Fall Wenders und das schlechte Gewissen der Filmgeschichte
Nacktszene mit Kinski : Der Fall Wenders und das schlechte Gewissen der Filmgeschichte Gastbeitrag Von Chris Wahl 09.07.2026, 06:17Lesezeit: 6 Min. Wim Wenders bei der Verleihung des Deutschen FilmpreisesdpaDer...
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Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Nacktszene mit Kinski : Der Fall Wenders und das schlechte Gewissen der Filmgeschichte Gastbeitrag Von Chris Wahl 09. 2026, 06:17Lesezeit: 6 Min. Wim Wenders bei der Verleihung des Deutschen FilmpreisesdpaDer Aufschrei gilt Wenders.
Dabei sitzt der Skandal tiefer: in einem Jahrzehnt, das die Sexualisierung von Kindern als Emanzipation feierte – und in einer Gegenwart, die lieber auf Wenders zeigt, als diese Geschichte zu begreifen. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Wim Wenders ist ein alter weißer Mann, der als junger weißer Mann ein Mädchen für seine filmischen Visionen ausgenutzt hat, indem er es, wenn nicht gegen seinen Willen, dann auf jeden Fall gegen sein Empfinden, oben ohne abgelichtet hat. Das hätte er damals schon besser gelassen, aber dass er sich auch heute einem Dialog mit der Schauspielerin verweigert und sich ziert, die entsprechende Einstellung auf ihren Wunsch aus seinem Film „Falsche Bewegung“ (1975) herauszuschneiden, ist ein Skandal.
Die Einzelheiten
Stattdessen redet er sich auf die angeblich anderen Zeiten in den Siebzigerjahren heraus und verweist aufs Filmerbe, möchte die Diskussion und Entscheidung an die Filmakademie outsourcen, vor allem aber seine Verantwortung. So stellt sich die dominante Einschätzung des „Fall Wenders“ in den Medien dar, so hört man sie in Gesprächen. Wo nun aber die Empörung derart groß ist, stellt sich die Frage, warum es überhaupt dieses „Eklats“ auf der Preisverleihung bedurfte, um die Aufmerksamkeit auf Frau Kinskis minderjährige Brüste zu lenken.
Liegt es daran, dass den fraglichen Film einfach niemand gesehen hat, schon gar nicht die, die sich nun empören, da sich hierzulande ohnehin keiner für Filmgeschichte interessiert? Oder liegt es daran, dass Bilder von nackten Brüsten, von wem auch immer, heutzutage ubiquitär sind und daher einfach nicht auffallen, nicht zur Erregung taugen? Dann hätte Wenders vielleicht doch den Finger in die Wunde gelegt, denn die erste These adressiert eben die Prekarität des Filmerbes und die zweite die sich wandelnden Zeiten.
-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Sexualisierung von Kindern in den Siebzigerjahren1975 mag ein Teil des männlichen Publikums die Aufnahme der jungen Kinski dankbar als pornographisches Bild rezipiert haben, allerdings fand Mitte der Siebzigerjahre auch ein nicht unbeträchtlicher Teil der Bevölkerung, und zwar vor allem der politisch links ausgerichtete, männliche wie weibliche, die Sexualisierung von Kindern nicht nur vollkommen in Ordnung, sondern deklarierte sie als wichtigen Baustein einer breiten Emanzipations- und Aufklärungsbewegung.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





