
Nationalsozialismus: »Die SS war der Motor für Hitlers Mordapparat«
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No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (12 Minuten) 12 Min X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen SPIEGEL: Herr Professor Schulte, welche Rolle spielte die SS im Machtgefüge des NS-Staates?
Schulte: Die Schutzstaffel, kurz SS genannt, war eine der zentralen Gliederungen der NSDAP. Sie entstand 1925 als paramilitärische Formation und gehörte zunächst zur SA, den sogenannten Sturmabteilungen der Partei. Die SS stellte Saalschutz bei Veranstaltungen, war an Aufmärschen beteiligt.
Die Einzelheiten
Sie trug wesentlich zu den bürgerkriegsähnlichen Zuständen der letzten Jahre der Weimarer Republik bei – mit Straßenkämpfen, Gewalttaten, auch Morden. Die SS verstand sich zugleich als eine Art Wachtruppe im engsten Umfeld Hitlers. Mehr zum Thema Interaktives Tool zur NS-Vergangenheit: War Ihr Opa in der SS?
Recherchieren Sie hier in der aktualisierten Nazi-Kartei SPIEGEL: Waren alle SS-Angehörigen automatisch auch Mitglieder der NSDAP? Schulte: In der frühen Phase ging vieles durcheinander. In der Vorkriegszeit fielen SS- und Parteimitgliedschaft idealerweise zum Teil zusammen, aber es war keineswegs so, dass jedes SS-Mitglied automatisch Parteimitglied war – auch nicht nach 1933.
Zur Person Foto: Björn Braun Jan Erik Schulte, Jahrgang 1966, ist Historiker und einer der profiliertesten Experten zur Geschichte der SS und der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik. Er forscht seit vielen Jahren zu Konzentrationslagern, Waffen-SS und Polizei. Schulte ist außerplanmäßiger Professor für Zeitgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum.
Was Experten sagen
Er leitet die Gedenkstätte Hadamar, die an die nationalsozialistischen »Euthanasie«-Verbrechen und die dort ermordeten Patientinnen und Patienten erinnert. SPIEGEL: Wie entwickelte sich die SS nach der Machtübergabe 1933? Schulte: 1933 war keineswegs klar, welche Rolle die SS im »Dritten Reich« spielen würde.
Sie hatte bereits einen innerparteilichen Nachrichtendienst aufgebaut und erste bewaffnete Formationen, aber ihre Zukunft war offen. SS-Chef Heinrich Himmler war damals zunächst nur Polizeipräsident von München, also in der Peripherie. Von dort aus baute er zunächst die bayerische politische Polizei auf, einen Vorläufer der Gestapo.
Nach und nach konnte er die politischen Polizeien in den Ländern übernehmen, später auch in Preußen. Nach dem sogenannten Röhm-Putsch 1934, also der gewaltsamen Ausschaltung der SA-Führung durch Hitler und seine Helfer, wurde die SS dann eigenständig. Sie erhielt zudem die Erlaubnis, eine bewaffnete »Verfügungstruppe« aufzubauen, Keimzelle der späteren Waffen-SS.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





