
Neuer Labour-Chef?: Die langen Wimpern des Andy Burnham
Neuer Labour-Chef? : Die langen Wimpern des Andy Burnham Von Johannes Leithäuser 28.06.2026, 19:43Lesezeit: 6 Min. Andy Burnham, der den britischen Premier Keir Starmer ablösen willLaifDer Bürgermeister von Manchester...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. : Die langen Wimpern des Andy Burnham Von Johannes Leithäuser 28. 2026, 19:43Lesezeit: 6 Min. Andy Burnham, der den britischen Premier Keir Starmer ablösen willLaifDer Bürgermeister von Manchester will jetzt ganz Großbritannien regieren.
Er hofft, die Frustrierten im Norden vom rechten Rand zurückzuholen und spricht vom „Establishment“ von Westminster. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Es kursieren allerhand Witze über Andy Burnham in der Labour-Partei. Der bekannteste geht so: Ein Anhänger Tony Blairs, ein Anhänger Gordon Browns und ein Anhänger Jeremy Corbyns kommen in eine Kneipe – und der Wirt fragt, hallo Andy, was kann ich dir bringen?
Die Einzelheiten
Die Pointe zielt darauf, dass Burnham in seiner langen Labour-Laufbahn vielen verschiedenen – und verfeindeten – Herren diente: dem Sozialliberalen Tony Blair als Juniorminister, dem staatlichen Regulierer Gordon Brown als Minister in wechselnden Rollen (erst innerhalb des Finanzressorts, dann als Ressortchef für Kultur und anschließend für Gesundheit) und dem Sozialisten Jeremy Corbyn auf der Oppositionsbank als Schattenminister für Inneres. Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. jetzt lesen Der Spott will sagen, dem voraussichtlichen künftigen britischen Premierminister fehle ein klares politisches Profil.
Diese Mutmaßung ließe sich allerdings auch gewinnen, ohne sich darüber lustig zu machen. Burnham beendete vor knapp einem Jahrzehnt sein Engagement auf der nationalen politischen Bühne in London und kehrte in den Norden Englands zurück, wo er 1970 geboren wurde und aufwuchs, um für ein herausgehobenes kommunales Amt zu kandidieren. Fortan sollte er dort vor allem mit der Bekämpfung der Obdachlosigkeit, der Rückholung des Busnetzes in kommunale Obhut und der Modernisierung des Schulwesens beschäftigt sein.
Katholische Soziallehre leitete ihn stärker als der Glaube67 Prozent der Abstimmenden wählten ihn 2017 zum ersten Bürgermeister des Großraums Manchester – in eine neue regionale Rolle, die damals gerade erst von der konservativen britischen Regierung für die nordenglischen Ballungsgebiete Liverpool, Manchester und Teesside geschaffen worden war und die in dieser Form zuvor nur im Großraum London bestand. In einem vor zwei Jahren erschienenen Buch, das er gemeinsam mit seinem Freund Steve Rotheram publizierte, dem Regionalbürgermeister für Liverpool, kennzeichnet er den Wechsel als eine Art Flucht „aus der politischen Blase von Westminster“. Burnham wuchs in kleinbürgerlichen Verhältnissen auf.
Der Vater war Techniker bei der staatlichen Telefongesellschaft, die Mutter Arzthelferin, er ging auf katholische Schulen und bekannte später, die katholische Soziallehre leite ihn stärker als der Glaube. Er verließ die Universität Cambridge mit einem Bachelorgrad in Englisch. Der Labour-Partei war er mit 15 schon beigetreten.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





