
NS-Raubkunst: Bayern reagiert mit Forschungszentrum und Picasso-Rückgabe
Streit über Raubkunst Bayern gibt Picasso-Büste an jüdische Familie zurück In München soll ein Zentrum für Provenienzforschung entstehen. Damit reagiert der Freistaat auf den Skandal, der 2025 um Raubkunst in...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Streit über Raubkunst Bayern gibt Picasso-Büste an jüdische Familie zurück In München soll ein Zentrum für Provenienzforschung entstehen. Damit reagiert der Freistaat auf den Skandal, der 2025 um Raubkunst in staatlichen Sammlungen entbrannt war. Zugleich wird eine Picasso-Büste restituiert.
19 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (4 Minuten) 4 Min X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern Restituierte Picasso-Büste »Fernande/Beatrice«: 2024 wurde Rückgabe noch abgelehnt Foto: Bayrische Staatsgemäldesammlungen / Werk: Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2026 Rund ein Jahr nach dem Wirbel um den Umgang mit NS-Raubkunst in Bayern stellt sich der Freistaat bei diesem Thema neu auf.
Die Einzelheiten
Man werde am Institut für Zeitgeschichte (IfZ) in München ein wissenschaftliches Zentrum für Provenienzforschung und Restitutionsfragen NS-Raubgut einrichten, sagte Kunstminister Markus Blume (CSU) nach einer Kabinettssitzung. Hinzukomme eine unabhängige Kommission. Die letzte Entscheidung über eine Rückgabe an Opfer des groß angelegten Kunstraubs der Nationalsozialisten soll aber laut Blume beim Freistaat bleiben.
Blume kündigte auch gleich eine Restitution an: Die Erben des jüdischen Kunsthändlers und Sammlers Alfred Flechtheim sollen die Bronze-Büste »Fernande/Beatrice« von Pablo Picasso zurückerhalten. Noch 2024 sei ein Restitutionsgesuch abgelehnt worden, sagte Blume. Nun gebe es aber die Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut, die seit 1.
Dezember angerufen werden kann. Deren neuer Bewertungsrahmen habe die Rückgabe ermöglicht. »Es ist längst überfällige Gerechtigkeit für das jüdische Naziopfer Alfred Flechtheim«, sagte Markus Stötzel, Anwalt des Flechtheim-Nachlasses.
Was Experten sagen
Die Restitution des bereits 1933 enteigneten Werkes könne jedoch nur der Anfang sein. Viele weitere Kunstwerke Flechtheims befänden sich im Besitz der bayerischen Staatsgemäldesammlungen und anderer deutscher öffentlicher Museen, darunter zwei Gemälde von Paul Klee. Einige Ansprüche seien bereits 2008 angemeldet worden.
»Echt Schlagseite«In Bayern hofft man nun, solche Fälle künftig schneller bearbeiten zu können. Immerhin ist es schon mehr als 80 Jahre her, dass die Nationalsozialisten den oft jüdischen Sammlern Kunstwerke raubten oder unter Zwang abpressten. Blume sprach von einem »deutschlandweit einzigartigen und beispielgebenden Weg« in der Forschung und wissenschaftlichen Bewertung von NS-Raubgut.
Wie der Freistaat mit solchen Werken umging, war vor etwas mehr als einem Jahr heftig kritisiert worden. Von fehlender Transparenz und Verschleppung bei der Aufklärung war die Rede. Insbesondere die Staatsgemäldesammlungen hätten »echt Schlagseite« bekommen und seien herausgefordert worden durch Anschuldigungen und offene Fragen, sagte Blume.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




