
Ölkrise: Der Irankrieg treibt Asien zur Energiewende
Ölkrise : Der Irankrieg treibt Asien zur Energiewende Von Hendrik Ankenbrand, Singapur 03.05.2026, 19:41 Lesezeit: 5 Min. Bildbeschreibung ausklappen Petronas Towers in Kuala Lumpur: Selbst im rohstoffreichen Malaysia...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Ölkrise : Der Irankrieg treibt Asien zur Energiewende Von Hendrik Ankenbrand, Singapur 03. 2026, 19:41 Lesezeit: 5 Min. Bildbeschreibung ausklappen Petronas Towers in Kuala Lumpur: Selbst im rohstoffreichen Malaysia drohen die Energiereserven auszugehen.
EPA Strom aus Sonne und Wind galt den Schwellenländern als unsicher und teuer – bis die Straße von Hormus schloss. Nun sollen die Erneuerbaren dafür sorgen, dass in Asien nicht mehr das Licht ausgeht. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Nichts symbolisiert die Abhängigkeit von fossilen Energien mehr als die Petrodollar-Türme.
Die Einzelheiten
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben den 828 Meter hohen Burj Khalifa gebaut, Saudi-Arabien den 600 Meter hohen Clock Tower neben der Kaaba in Mekka. Die 452 Meter hohen Petronas Towers in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur werden „Zwillinge“ genannt, weil sie für die beiden Quellen stehen, aus denen das Land im vergangenen Jahr Exporteinnahmen von 60 Milliarden Dollar erzielt hat: Öl und Gas. Kaum ein anderes Land in Asien hat in der Vergangenheit so auf fossile Energien gesetzt wie Malaysia.
Der Export von hochwertigem malaysischen Rohöl, Treibstoff und Flüssiggas macht rund ein Fünftel der jährlichen Wirtschaftsleistung aus. Im Strommix daheim haben die Nicht-Erneuerbaren einen Anteil von über 80 Prozent. Doch weil das Land den Eigenbedarf mit günstigerem Öl vom Golf deckt, das nun vor der Straße von Hormus festsitzt, sind die Energiereserven Ende des Monats ausgeschöpft.
Ministerpräsident Anwar Ibrahim hat eine „Krise“ ausgerufen, Beamten die Fahrt ins Büro verboten und Benzinsubventionen gekürzt. Seit Beginn des Irankriegs geht in Asien sprichwörtlich das Licht aus In asiatischen Ländern wie Bangladesch, Pakistan und den Philippinen und Vietnam geht seit dem Irankrieg sprichwörtlich das Licht aus, weil die Stromerzeugung am importierten Gas hängt, das nun nicht mehr durch die Straße von Hormus kommt. In Indien suchen die Menschen Holz im Wald, um damit den heimischen Herd zu befeuern, für den es keine Flüssiggaszylinder mehr zu kaufen gibt.
Was Experten sagen
Dass selbst in einem rohstoffreichen Land wie Malaysia die hohen Energiepreise Transport, Kühlung und Verpackung teuer machen und die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben, hat in Asien in den vergangenen Wochen einen Großeinkauf ausgelöst – von Solarmodulen aus China. Malaysia etwa hat im März Paneele mit einer Stromerzeugungskapazität von 1,8 Gigawatt aus China importiert, eine Steigerung gegenüber dem Vormonat von knapp 400 Prozent. In zehn Jahren soll der Anteil der Erneuerbaren am Energiemix auf 40 Prozent steigen, hat die Regierung in Kuala Lumpur verkündet, bis 2050 auf 70 Prozent.
Angesichts des nicht enden wollenden Irankriegs sei „Energiesicherheit nicht mehr länger eine Option“. Strom aus Sonne und Wind habe für die Nation ab sofort „strategische Priorität“.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





