
Organisierte Kriminalität: Zehn Jahre Gefängnis für Klimasünder?
Organisierte Kriminalität : Zehn Jahre Gefängnis für Klimasünder? Von Sascha Zoske 03.07.2026, 08:40Lesezeit: 4 Min. Klimaanlagen werden oft mit klimaschädlichen Kühlmitteln betrieben. Fast die Hälfte dieser sogenannten...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Organisierte Kriminalität : Zehn Jahre Gefängnis für Klimasünder? 2026, 08:40Lesezeit: 4 Min. Klimaanlagen werden oft mit klimaschädlichen Kühlmitteln betrieben.
Fast die Hälfte dieser sogenannten F-Gase gelangt illegal in den Handel. Picture AllianceAn der Uni Frankfurt befassen sich Juristen mit organisierter Klimakriminalität. Sie gehen auch der Frage nach, was schärfere Gesetze gegen Umweltverstöße bringen.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Große Hitze wie in den vergangenen Tagen könnte organisierte Kriminalität fördern. Wenn Strafrechtsprofessor Christoph Burchard diese These in den Raum stellt, denkt er nicht an Drogenhandel oder Schutzgelderpressung, sondern an eine andere Art von geschäftsmäßigem Gesetzesbruch, die auf lange Sicht womöglich noch größere Schäden anrichtet. Steigen die Temperaturen, wächst die Nachfrage nach Klimaanlagen.
In ihnen kommen oft als Kühlmittel sogenannte F-Gase zum Einsatz: fluorierte Verbindungen, die, wenn sie in die Atmosphäre gelangen, den Treibhauseffekt fördern – und das um ein Vielfaches stärker als Kohlendioxid. Der Umgang mit solchen Gasen ist deshalb eigentlich streng reglementiert. Trotzdem (oder gerade deshalb) floriert der Schwarzmarkt: Nach Schätzungen von Behörden stammen 40 bis 50 Prozent der in Europa gehandelten F-Gase aus illegalen Quellen.
-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Für Burchard, der an der Goethe-Uni lehrt, und seinen Mitarbeiter Finn-Lauritz Schmidt ist das Geschäft mit den fluorierten Treibhausgasen ein Paradebeispiel für das, was sie als organisierte Klimakriminalität bezeichnen. Die Frankfurter Juristen halten sich zugute, diesen Begriff als Erste in die Debatte eingeführt zu haben.
Was Experten sagen
Burchard und Schmidt verstehen darunter ein kriminelles, geschäfts- oder bandenmäßiges Handeln, das die Erderwärmung entweder direkt beschleunigt oder auf andere Art mit dem Klimawandel in Kontext steht. Auch Migranten-Schleusung kann „Klimakriminalität“ seinIm Fall der F-Gase ist der Zusammenhang offensichtlich. Aber auch andere Formen direkt oder indirekt umweltschädlichen Verhaltens rechnen Burchard und Schmidt der organisierten Klimakriminalität zu – etwa das verbotene Abholzen von Tropenwäldern, illegalen Rohstoffabbau oder den betrügerischen Handel mit Emissionszertifikaten.
Sogar die Einschleusung von Menschen nach Europa fällt für Schmidt in diese Kategorie: Schließlich handele es sich bei den Migranten oft um Klimaflüchtlinge, deren Not von Schlepperbanden ausgenutzt werde. In einem Projekt, das vom hessischen Umweltministerium bis 2029 mit 330. 000 Euro unterstützt wird, wollen die beiden Forscher der Goethe-Uni die Konsequenzen solchen Tuns genauer beleuchten.
Es soll gezeigt werden, wie derartige Machenschaften klimapolitische Regeln unterlaufen, legale Märkte verdrängen und die Wirksamkeit des Klimaschutzes verringern.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





