
Organspende: Eine Debatte über Leben und Tod
Organspende : Eine Debatte über Leben und Tod Von Paul Gross 25.06.2026, 20:18Lesezeit: 4 Min. Ein Empfänger bekommt am Uniklinikum Leipzig eine Spenderniere (Archivbild)dpaDer Bundestag debattiert über eine...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Organspende : Eine Debatte über Leben und Tod Von Paul Gross 25. 2026, 20:18Lesezeit: 4 Min. Ein Empfänger bekommt am Uniklinikum Leipzig eine Spenderniere (Archivbild)dpaDer Bundestag debattiert über eine Widerspruchslösung für Organspenden.
Die AfD ist dagegen – ein Abgeordneter spricht sich dennoch dafür aus. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Am Ende war Bodo Ramelow sichtbar ergriffen. „Alle Argumente, die hier gefallen sind, sind Argumente für das Leben“, sagte der Bundestagsvizepräsident und Linken-Politiker am Donnerstagabend am Ende der Debatte über die Regelung der Organspende.
Die Einzelheiten
Dann zückte er seinen Organspendeausweis und reckte ihn in die Höhe – nicht um für ein „Ja“ zu werben, sondern um darauf hinzuweisen, dass man dort auch ein „Nein“ vermerken könne. Die Beschäftigung mit dem Thema sei wichtig, so seine Botschaft. Der Großteil der Abgeordneten teilt diese Position.
Die meisten Redner warben dafür, Wege zu finden, die Zahl der Organspenden in Deutschland zu erhöhen. Deutschland steht im internationalen Vergleich schlecht da. Auf eine Million Einwohner kommen hierzulande pro Jahr rund elf Organspenden, in vielen anderen europäischen Ländern ist der Wert zwei-, drei- oder viermal so hoch.
-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Dennoch ist der Weg zur Einführung der Widerspruchslösung, für den eine interfraktionelle Abgeordnetengruppe wirbt, weit. Bei dieser Regelung, die in zahlreichen Vorbildländern gilt, geht man nach einem Hirntod davon aus, dass die Entnahme von Organen zugunsten von Patienten auf Wartelisten im Sinne des Verstorbenen ist, und zwar schon seit den 70er- oder 80er-Jahren.
Was Experten sagen
In diesen Jahrzehnten hatte Deutschland keinerlei bundesweite Gesetzgebung zur Organtransplantation. Sollte der Verstorbene seinen Willen anders hinterlegt haben, bei Angehörigen, im Organspenderegister oder eben auf dem Organspendeausweis, wäre die Spende im Fall einer Widerspruchslösung ausgeschlossen. „Es gibt Menschen, die kein Morgen mehr haben“Mit Verve warben zahlreiche Abgeordnete aus verschiedenen Fraktionen für eine solche Reform.
Einen Mangel, wie er hier bestehe, „würden wir in keinem anderen Feld der Medizin akzeptieren“, sagte etwa Sabine Dittmar, Sozialdemokratin und eine der Initiatoren. Es sei Zeit für den nächsten Schritt. Ihre Mitstreiterin Gitta Connemann (CDU) kannte einen Wartelistenpatienten persönlich, dem letztlich nicht geholfen werden konnte.
„Wir verschieben diese Entscheidung immer wieder auf morgen, aber es gibt Menschen, die kein Morgen mehr haben“, sagte sie. Der Neurologe und Grünen-Politiker Armin Grau berichtete von Gesprächen mit überforderten Angehörigen, auf die das Dilemma zurzeit abgewälzt werde – und die sich im Zweifel gegen eine Spende aussprächen. Ein Vorwurf sei ihnen dabei nicht zu machen: „Wir haben in Deutschland weniger eine Entscheidungslösung als eine Angehörigenlösung“, sagt Grau.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





