
Pläne für Regimewechsel: Wollte Israel Ahmadineschad zur Macht verhelfen?
Pläne für Regimewechsel : Wollte Israel Ahmadineschad zur Macht verhelfen? Von Friederike Böge, Istanbul 20.05.2026, 12:24Lesezeit: 4 Min. Mahmud Ahmadineschad am 2. Juli 2024 in Teheran, nachdem er seine Kandidatur für...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Pläne für Regimewechsel : Wollte Israel Ahmadineschad zur Macht verhelfen? Von Friederike Böge, Istanbul 20. 2026, 12:24Lesezeit: 4 Min.
Mahmud Ahmadineschad am 2. Juli 2024 in Teheran, nachdem er seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen in Iran angemeldet hatAFPIrans früherer Präsident Ahmadineschad soll im Februar aus dem Hausarrest befreit worden sein, um nach einem Regimewechsel den Staat zu führen. Fachleute halten das für einen abstrusen Plan.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Am selben Tag, an dem im Februar ein israelischer Luftangriff Irans Obersten Führer Ali Khamenei tötete, warfen Berichte über einen ganz anderen Toten Fragen auf. Ursprünglich hieß es, der frühere Präsident Mahmud Ahmadineschad sei bei einem Angriff auf sein Haus in Teheran getötet worden. Er hatte seit Jahren kaum noch eine Rolle in der iranischen Politik gespielt.
Warum also hätte Israel ihn töten wollen? Wie sich nun herausstellt, war wohl das Gegenteil der Fall. Laut einem Bericht der „New York Times“ wollte Israel Ahmadineschad den Weg an die Macht ebnen.
Nicht der frühere Präsident sollte getötet werden, sondern die Sicherheitskräfte, die ihn in seinem Hausarrest bewachten. Tatsächlich wurde Ahmadineschad, wie sich später herausstellte, nur leicht verletzt. Getroffen wurde nicht sein Haus, sondern der Wachposten der Revolutionsgarde vor seinem Haus.
Was Experten sagen
Die „New York Times“ schreibt unter Berufung auf amerikanische Regierungsquellen, dass der mutmaßliche Befreiungsplan mit dem Politiker abgestimmt gewesen sei. Ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter Ahmadineschads bestätigte der Zeitung, dass dieser den Luftschlag als Befreiungsversuch verstanden habe und als Hinweis, dass die Amerikaner ihm die Führung des Staates zutrauten. Keine Hinweise auf ein Netzwerk AhmadineschadsWie er allerdings nach der Befreiung aus dem Hausarrest an die Spitze des Staates hätte kommen sollen, ist völlig unklar.
Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass Ahmadineschad über ein signifikantes Netzwerk an einflussreichen Personen verfügt, die ihm zu diesem Posten hätten verhelfen können. Andernfalls wäre es für sie wohl ein Leichtes gewesen, ihn zu „befreien“. Sollte Israel – mit amerikanischer Unterstützung – tatsächlich einen solchen Plan verfolgt haben, erscheint er nach jetzigem Informationsstand reichlich unausgegoren.
Der zu Beginn des Krieges getötete Oberste Führer Ali Khamenei am 9. Januar 2018AFPMindestens ebenso bemerkenswert ist, dass Israel ausgerechnet den notorischen Holocaustleugner Ahmadineschad als Verbündeten gewählt haben soll, der noch dazu offen zur Vernichtung Israels aufgerufen hat. Es gibt aber eine Reihe von Indizien, die darauf hindeuten, dass der Politiker tatsächlich Verbindungen zu Israel gehabt haben könnte.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





