
Reform der Alterssicherung: Weniger als 1000 Euro Rente, aber alles andere als arm
Reform der Alterssicherung : Weniger als 1000 Euro Rente, aber alles andere als arm Von Dietrich Creutzburg, Berlin 18.05.2026, 15:06Lesezeit: 4 Min. Und wie viel Rente haben sie? Ein Seniorenpaar im Kurpark von Bad...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Reform der Alterssicherung : Weniger als 1000 Euro Rente, aber alles andere als arm Von Dietrich Creutzburg, Berlin 18. 2026, 15:06Lesezeit: 4 Min. Und wie viel Rente haben sie?
Ein Seniorenpaar im Kurpark von Bad KreuznachdpaViele Senioren gelten als arm, obwohl sie ansehnliche Geldquellen haben. Das zeigt eine neue Studie. Und warnt die Regierung vor neuen teuren „Irrwegen“ mit der geplanten Rentenreform.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Fast ein Viertel der Rentnerehepaare in Deutschland erhält weniger als 1500 Euro brutto im Monat aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Mehr als jedes zehnte Rentnerehepaar kommt sogar auf weniger als 1000 Euro gesetzliche Rente. Sind sie aber deshalb arm?
Denn das Bruttomonatseinkommen dieser Paare beträgt im Durchschnitt mehr als 4800 Euro. Das zeigen Zahlen aus dem Alterssicherungsbericht der Bundesregierung. Und noch etwas kommt hinzu: Auch Rentner mit tatsächlich geringen Einkommen verfügen häufig über einiges Vermögen.
Das zeigt nun eine neue Auswertung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Eine niedrige gesetzliche Rente sagt daher entgegen einer politisch weit verbreiteten Vorstellung wenig über Armutsrisiken aus. Viele Bezieher haben noch ganz andere Geldquellen zur Verfügung, etwa privat ersparte Renten, Miet- und Zinseinkünfte, ein Versorgungswerk für Ärzte oder Anwälte oder eine Beamtenpension.
Was Experten sagen
Nicht wenige haben nur in der Startphase ihres Berufslebens ein paar Jahre sozialbeitragspflichtig gearbeitet. Mit so kurzen Beitragszeiten fällt die Rente aber selbst für Gutverdiener niedrig aus. Unüberlegte Reform käme „den Sozialstaat teuer zu stehen“Die Auswertung ist Teil einer neuen IW-Studie, die sich mit den Grundlagen der rentenpolitischen Reformdiskussion befasst.
Ihre Kernbotschaft: Wer versucht, mit Umbauten an der gesetzlichen Rente gegen das Risiko von Altersarmut vorzugehen, gerät schnell auf einen „Irrweg“, wie die Forscher Jochen Pimpertz und Maximilian Stockhausen schreiben. Sie warnen davor, die „Statik“ des bestehenden Alterssicherungssystems „aufgrund methodisch wie empirisch unzureichend begründeter Indizien aufzuweichen“, denn das könne „den Sozialstaat teuer zu stehen kommen“. Ihre Kritik zielt auf verschiedene aktuelle Reformideen, die allesamt mehr Umverteilung innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung anstreben, also ein Aufwerten niedriger gesetzlicher Renten und ein Abwerten höherer gesetzlicher Renten.
Deren Bandbreite reicht vom umstrittenen „Boomer-Soli“ des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) bis zu einem Konzept des Sachverständigenrats für Wirtschaft. Letzteres sieht vor, ärmeren Beschäftigten in Zukunft mehr Rente je Euro Beitragszahlung gutzuschreiben als Gutverdienern. Wozu mehr Umverteilung zwischen hohen und niedrigen Renten?
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





