
Reform der Krankschreibung: So bleiben wir krank
Reform der Krankschreibung : So bleiben wir krank Ein Kommentar von Anna Sophie Kühne 04.07.2026, 11:13Lesezeit: 3 Min. Bald voller? Ein Schild an einer Tür weist den Weg zum Wartezimmer einer...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Reform der Krankschreibung : So bleiben wir krank Ein Kommentar von Anna Sophie Kühne 04. 2026, 11:13Lesezeit: 3 Min. Ein Schild an einer Tür weist den Weg zum Wartezimmer einer Allgemeinarzt-Praxis.
dpaDie Bundesregierung will es Blaumachern schwerer machen. Das Nachsehen haben alle anderen. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Schon morgens beim Aufstehen können die Deutschen entscheiden, ob es mit diesem Land endlich wieder vorangeht.
Die Einzelheiten
Da sitzen die Leute, starren ins Leere und stellen sich die alles entscheidende Frage: Gehe ich heute zur Arbeit – oder lege ich mich gemütlich wieder hin? So zumindest malt sich Friedrich Merz den Tagesbeginn in Millionen Schlafzimmern offenbar aus. Unternehmer klagen über hohe Krankenstände – und immer ist da der Verdacht: Die Leute wollen weniger arbeiten, sie machen jetzt mehr blau.
Zu diesem Eindruck trägt ein statistischer Irrtum bei. Die AOK meldet, ihre Versicherten seien im Jahr 2025 durchschnittlich 23,3 Tage krank gewesen – 3,6 Tage mehr als im Jahr 2021. Allerdings müssen die Ärzte seit 2022 ihre Krankschreibungen elektronisch weitergeben.
Der gelbe Zettel, der bei kürzeren Krankheiten oft einfach liegen blieb, den gibt es nicht mehr – und die Krankheitstage werden jetzt vollständiger erfasst. -Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen So wird munter zusammengemischt, was nicht zusammengehört.
Was Experten sagen
Die einen reden vom Blaumachen. Die anderen sagen: Seit der Pandemie bleiben Menschen mit Infekten eher zu Hause, damit sie niemanden anstecken. Und ist die Ansteckungsgefahr bei der Arbeit so groß?
Kaum telefonische KrankschreibungenSicher ist allerdings: Das ist nicht das Kernproblem der deutschen Arbeitsunfähigkeit. Deutschland hat mehr Krankheitstage als der EU-Durchschnitt, und jeder Tag weniger hilft dem Aufschwung. Doch das Problem liegt nicht da, wo die Bundesregierung ansetzt.
Die telefonische Krankschreibung, die die Bundesregierung jetzt mit lauter Trommelei wieder abschafft, machte zwischen 2020 und 2023 nur rund ein Prozent aller AU-Bescheinigungen aus, so hat es eine Analyse des Zentralinstituts für kassenärztliche Versorgung ergeben – und das war wohlgemerkt in der Pandemie, als die Leute die Wartezimmer in der Praxis vermutlich erst recht meiden wollten. Dann will die Bundesregierung vorsehen, dass Arbeitnehmer vom ersten Tag ihrer Krankheit an krankgeschrieben sein müssen. Das soll wohl Blaumacher bremsen und manchen Arbeitnehmer, der sich nicht ganz fit fühlt, doch noch zur Arbeit bringen.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





