
Rätsel gelöst?: Wie der Ätna in die Welt kam
Rätsel gelöst? : Wie der Ätna in die Welt kam Von Horst Rademacher 29.04.2026, 09:16 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Aus den fünf Kratern des Ätna strömen immer wieder Lavaflüsse. Doch woher stammt das...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. : Wie der Ätna in die Welt kam Von Horst Rademacher 29. 2026, 09:16 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Aus den fünf Kratern des Ätna strömen immer wieder Lavaflüsse.
Doch woher stammt das flüssige Gestein? dpa Der Ätna ist der am besten erforschte Vulkan Europas. Doch wie ist er entstanden?
Die Einzelheiten
Die Analyse von Lavaproben liefert neue Erkenntnisse. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Der 3400 Meter hohe Ätna auf Sizilien ist bei Weitem der größte und aktivste Vulkan Europas. Er ist aber auch der merkwürdigste.
So passt er nicht in die klassische Differenzierung zwischen Schild- und Stratovulkan. Seine Basis ist bis in etwa 2900 Meter Höhe ein flaches Schild mit einer Grundfläche von etwa 1200 Quadratkilometern. Darüber ist in den vergangenen 35.
000 Jahren ein geschichteter, nahezu kegelförmiger Stratovulkan entstanden, der von Sizilianern Mongibello genannt wird. Der Ätna fügt sich zudem nicht in die typische, von der tektonischen Geographie her bestimmte Verteilung der Vulkane auf der Erde ein. Geoforscher aus der Schweiz und Italien glauben nun herausgefunden zu haben, warum der Ätna in keines der bekannten vulkanischen Schemata passt: Demnach gehört der sizilianische Feuerberg zu einer seltenen Klasse von Vulkanen, den sogenannten Petit-Spots, die von Magmen aus arg verbogenen Teilen des oberen Erdmantels gespeist werden, schreiben Sebastien Pilet von der Universität Lausanne und seine Kollegen im „Journal of Geophysical Research“.
Was Experten sagen
In den vergangenen 400 Jahren brach der Ätna mindestens 22-mal aus und förderte dabei insgesamt mehr als eine Milliarde Kubikmeter Lava an die Erdoberfläche. Manche Lavaströme waren fast 15 Kilometer lang, andere endeten schon 250 Meter unterhalb der Ausbruchsstelle. Die eigentliche Gipfelregion, der Mongibello, besteht aus fünf Kratern, von denen der jüngste, der Südostkrater, erst im Jahre 1979 entstanden ist.
Der Ätna ist auch der größte vulkanische Luftverschmutzer der Erde. Jahr für Jahr quellen im Durchschnitt 25 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus seinen Gipfelkratern und den vielen Spalten und Fumarolen an seinen Hängen. Dieser Ausstoß ist mindestens zehnmal so groß wie die Menge an CO2, die beispielsweise dem Vulkan Kilauea auf Hawaii entweicht, dem zweitgrößten natürlichen Lieferanten dieses Treibhausgases.
Was den Ätna von anderen Vulkanen unterscheidet Der zweifellos beeindruckendste Teil des Ätna-Gebirges ist das Valle del Bove, das sich oberhalb der Ortschaft Zafferana bis fast zum Torre del Filosofo zieht. Dieses nahezu unbegehbare Gewirr aus Lavaströmen, vulkanischen Ergüssen und bizarr erkalteter Magma gleicht einer Mondlandschaft. Im neunzehnten Jahrhundert verbrachte der Göttinger Mineraloge Sartorius von Waltershausen viele Jahre in dieser unwirtlichen Landschaft und erschloss durch seine Studien die Ausbruchsgeschichte des sizilianischen Feuerberges in bis dahin unbekannten Details.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





