
Schauspieler Merlin Sandmeyer: Ein Typ wie von 'nem anderen Stern
Schauspieler Merlin Sandmeyer : Ein Typ wie von 'nem anderen Stern Von Jörg Thomann 02.05.2026, 15:33 Lesezeit: 8 Min. Bildbeschreibung ausklappen Ein Mann klettert nach oben: Merlin Sandmeyer scheint im Begriff, das...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Schauspieler Merlin Sandmeyer : Ein Typ wie von 'nem anderen Stern Von Jörg Thomann 02. 2026, 15:33 Lesezeit: 8 Min. Bildbeschreibung ausklappen Ein Mann klettert nach oben: Merlin Sandmeyer scheint im Begriff, das Etikett des Kultschauspielers abzustreifen und den Mainstream zu erobern.
Daniel Pilar Im deutschen Film wirkt niemand so perfekt deplatziert wie Merlin Sandmeyer. Dabei fürchteten die Macher von „Die Discounter“ – der Serie, die ihn berühmt machte – noch, er sei zu cool für seine Rolle. Ein Treffen in Hamburg.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Die Sonderlinge sind unter uns. Sie laufen in der Stadt an uns vorüber, irritieren unsere Sinne kurz durch ein wunderliches Kleidungsstück oder einen rätselhaften Satz, den wir aufschnappen, und sind hinter der nächsten Ecke verschwunden. Sie ziehen die Blicke im U-Bahn-Waggon auf sich, durch befremdliche Mimik oder eine kuriose, etwas zu laut aufgesagte Sprachnachricht, die noch nachklingt, wenn wir schon wieder ausgestiegen sind.
Sie begegnen uns allerorten und passen doch nirgendwo richtig hin. Der winzige Ausschnitt, dessen wir gewahr werden, reicht längst nicht aus, um uns ihr Leben auszumalen, doch es dürfte sehr anders aussehen als das unsere. Das jedenfalls hoffen wir, auch wenn wir womöglich selbst ein wenig sonderlich sind.
Bei Jonas Schulze aber sieht es anders aus. Unter den recht sonderlichen Figuren der Fernsehserie „Die Discounter“ ist Jonas die sonderlichste, und sein Dasein liegt in beklemmender Weise vor den Zuschauern offen. Und zwar selbst dann, wenn diese nur ein paar Folgen der Serie bei Prime Video gesehen haben: Die wenigen Minuten, die uns Einblicke in seine Existenz gewähren, reichen völlig, um uns den ganzen bestürzenden Rest auszumalen.
Was Experten sagen
Im fiktiven Hamburger Discounter-Markt „Feinkost Kolinski“ ist Jonas angestellt als Ladendetektiv, und die Arbeitsvermittler, die ihn auf diese Idee brachten, dürften bis heute vor Lachen unterm Bürotisch liegen: Eine krassere Fehlbesetzung ist kaum denkbar. Jonas ist ein zartes, unbeholfenes Kerlchen in schreiend unmodischen Klamotten, tief verunsichert im Berufs- und im sonstigen Leben, geschlagen mit leichtem Lispeln und dem Tick, angestrengt zu blinzeln. Als Zuschauer kann man viel lachen über den kauzigen, leicht beschränkten Jonas – und sich zugleich ein bisschen schämen, denn im Grunde müsste man diesen verletzlichen, herzzerreißend einsamen Typen mit dem scheuen Blick in den Arm nehmen, ihn rausholen aus dieser Serie, die stets die peinigendste Pointe sucht, und ihn schützen vor jeglichen Mitmenschen.
Allen voran vor dem Marktleiter Thorsten. „Woher kommt denn das eigentlich, dieses Embryohafte, was er hat, dieses völlig Lebensunfähige“, sinniert dieser Thorsten einmal, der für Jonas wie ein Vater ist – das allerdings zuweilen im alttestamentarischen Sinne: übermächtig, angsteinflößend und grausam.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





