
Schmerzmittel und Antibiotika: EU will Produktion kritischer Arzneimittel nach Europa zurückzwingen
Schmerzmittel und Antibiotika : EU will Produktion kritischer Arzneimittel nach Europa zurückzwingen Von Werner Mussler, Brüssel 12.05.2026, 12:23Lesezeit: 3 Min. Medikamente in einer ApothekedpaSeit der Pandemie ist es...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Schmerzmittel und Antibiotika : EU will Produktion kritischer Arzneimittel nach Europa zurückzwingen Von Werner Mussler, Brüssel 12. 2026, 12:23Lesezeit: 3 Min. Medikamente in einer ApothekedpaSeit der Pandemie ist es ein Dauerproblem: In der Apotheke sind wichtige Medikamente nicht verfügbar.
Hauptgrund sind brüchige Lieferketten. Das soll sich jetzt ändern. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Das neue Gesetz, mit der die Europäische Union den immer wieder auftretenden Mangel an wichtigen Medikamenten bekämpfen will, ist auf dem Weg.
Die Einzelheiten
Denn die Unterhändler von Europäischem Parlament und Mitgliedstaaten haben in der Nacht auf Dienstag die endgültige Fassung des „Critical Medicines Act“ beschlossen. Sie entspricht im Wesentlichen dem Gesetzentwurf der Europäischen Kommission aus dem März 2025. Das neue Gesetz ist eine Reaktion darauf, dass die Arzneimittelproduktion in den vergangenen Jahrzehnten immer stärker in Länder außerhalb der EU verlagert wurde, vor allem nach Asien.
Keine Zuständigkeit in der GesundheitspolitikDa die EU in der Gesundheitspolitik keine wirkliche Zuständigkeit hat, wird das Gesetz mit Notwendigkeiten des Binnenmarkts begründet. Auf den Weg gebracht wurde es vor allem, weil Lieferketten für wichtige Arzneimittel in den vergangenen Jahren oft unterbrochen waren und viele Medikamente nicht lieferbar waren oder sind. Betroffen waren etwa Schmerzmittel, Antibiotika oder Fiebersäfte für Kinder.
„Die Patienten sollten sich keine Sorgen darüber machen müssen, ob wichtige Arzneimittel wie Antibiotika in ihrer Apotheke oder ihrem Krankenhaus verfügbar sind“, sagte der amtierende Ratsvorsitzende, Zyperns Gesundheitsminister Neophytos Charalambides, nach den Verhandlungen. Nicht mehr der billigste Anbieter bei AusschreibungenDas Gesetz regelt nun, dass die Mitgliedstaaten bei öffentlichen Ausschreibungen von Arzneien nicht wie bisher automatisch den billigsten Anbieter beauftragen müssen, sondern die Bestellung auf mehrere Hersteller verteilen können. Dafür soll es künftig mehrere Möglichkeiten geben.
Was Experten sagen
„Dazu gehört, dass Lieferanten proportional zu dem Anteil der in der EU hergestellten Arzneimittel und deren pharmazeutischer Wirkstoffe vergütet werden“, teilte das Parlament mit. Ferner sollen „strategische Projekte“, das sind Forschungs- und Produktionsvorhaben, welche die EU-Kommission für besonders bedeutsam hält, schneller genehmigt werden und Zugang zu Förderung bekommen. Mehrere Länder können sich zudem zusammenschließen und gemeinsam wichtige Medikamente beschaffen.
Betroffen sind generell Medikamente, zu denen es nur wenige oder gar keine Alternativen gibt und bei denen Versorgungsengpässe besonders kritisch sind. Dazu gehören demnach unter anderem Antibiotika und Antithrombotika, Krebstherapeutika und Herz-Kreislauf-Mittel. Sie sind in einer Liste aufgeführt.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





