
Starbucks Südkorea schließt temporär Filialen, Angestellte müssen zu Schulung
Reaktion auf Marketing-Fauxpas Starbucks schließt in Südkorea temporär alle Filialen Eine verunglückte Werbekampagne für Starbucks in Südkorea hat Folgen: Alle Angestellten müssen nun zur verpflichtenden...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Reaktion auf Marketing-Fauxpas Starbucks schließt in Südkorea temporär alle Filialen Eine verunglückte Werbekampagne für Starbucks in Südkorea hat Folgen: Alle Angestellten müssen nun zur verpflichtenden Geschichtsnachhilfe. Dafür werden sämtliche Läden in dem Land zeitweise geschlossen. 29 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (3 Minuten) 3 Min X.
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern Starbucks-Filiale in Seoul: Schulung ab 15 Uhr Foto: Kim Hong-Ji / Kein Kaffee nach 15 Uhr: Starbucks will in Südkorea am 22. Juni landesweit alle Filialen vorzeitig schließen und seine Mitarbeitenden zu verpflichtenden Schulungen schicken.
Die Einzelheiten
Das hat die Shinsegae Group, die die Starbucks-Lizenz für Südkorea hält, nun bekannt gegeben. Die Unterrichtseinheiten sollen die Angestellten demnach im Bereich Geschichte und Soziales sensibilisieren und bilden. Hintergrund der Maßnahme ist nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP die heftige Kritik an einer Starbucks-Marketingkampagne: Die Kaffeekette versuchte jüngst, eine Serie von Edelstahlbechern namens »SS Tank« zu bewerben, indem sie den 18.
Mai zum »Tank Day« erklärte. Das englische Wort »tank« kann sowohl »Behälter« als auch »Panzer« bedeuten. Werbung wurde gestopptViele Menschen reagierten entsetzt, denn am 18.
Mai wird der Jahrestag des prodemokratischen Aufstands von 1980 in der südkoreanischen Stadt Gwangju begangen. Dieser wurde damals von der Militärregierung in Seoul gewaltsam niedergeschlagen, die Truppen, Panzer und Hubschrauber einsetzte. Hunderte Menschen wurden getötet oder verletzt.
Was Experten sagen
Das Trauma von Gwangju prägt die südkoreanische Gesellschaft bis heute. Deswegen sahen viele Menschen in der Werbekampagne von Starbucks eine Replik auf die damaligen Militärverbrechen – und eine Verhöhnung der Opfer. Südkoreas Präsident Lee Jae-myung schrieb bei X: »Was um alles in der Welt haben sie sich dabei gedacht, wo sie doch wissen, wie viele Menschen an jenem Tag ihr Leben verloren?
« Mehr zum Thema Geschäftsführer gefeuert: Starbucks in Südkorea ruft »Panzertag« aus – an Gedenktag von Militärverbrechen Die Konzernspitze stoppte die Werbung nur Stunden nach ihrem Start. Shinsegae entschuldigte sich anschließend für »unangebrachtes Marketing« und feuerte den zuständigen Geschäftsführer. Die übrigen Angestellten, inklusive der Leitungsebene, sollen nun an der Schulung teilnehmen.
Die Inhalte sollen von Geschichts- und Soziologieprofessoren vermittelt werden. Alle Filialen der Kaffeekette schließen deshalb am 22. Juni um 15 Uhr, damit die Mitarbeiter der Schulung live oder virtuell beiwohnen können, so Shinsegae in einer Erklärung.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





