
Starker Staat?: Der Fluch mit den Verboten
Starker Staat? : Der Fluch mit den Verboten Von Katharina Iskandar 16.05.2026, 08:07Lesezeit: 5 Min. Nicht erlaubt: Alkohol am BahnsteigdpaKein Füttern von Tauben auf öffentlichen Plätzen, keine aggressive Bettelei,...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. : Der Fluch mit den Verboten Von Katharina Iskandar 16. 2026, 08:07Lesezeit: 5 Min. Nicht erlaubt: Alkohol am BahnsteigdpaKein Füttern von Tauben auf öffentlichen Plätzen, keine aggressive Bettelei, kein Wegwerfen von Müll auf die Straße: Sinnvolle Verbote gibt es viele.
Doch sie nutzen nichts, wenn Fehlverhalten nicht auch geahndet wird. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Es war ein lautloses Verbot, das die Deutsche Bahn für den Frankfurter Hauptbahnhof ausgesprochen hat. Stattdessen eine nüchterne Mitteilung: „Die Deutsche Bahn führt ein Alkoholkonsumverbot am Frankfurter Hauptbahnhof ein.
Die Einzelheiten
Mai an sei es im Bahnhof und auf dem Bahnhofsgelände nicht mehr erlaubt, Alkohol zu trinken oder alkoholische Getränke mit sich zu führen, „die für den dortigen Konsum vorgesehen sind“. Die Mitteilung wurde am 29. April 2026 veröffentlicht.
Zwei Tage bevor die neue Regelung in Kraft trat. Ebenso leise fielen die Reaktionen darauf aus. Wo normalerweise schnell von einer unverhältnismäßigen Verbotskultur gesprochen wird, mitunter sogar von einem Polizeistaat – wie seit Jahren die Diskussion über die Waffenverbotszone im Bahnhofsviertel zeigt –, schien diesmal jegliche Kritik im Keim erstickt zu sein.
Vielleicht deshalb, weil jeder in seinem Leben auch schon einmal als Reisender am Hauptbahnhof war und es ihm nicht verborgen geblieben ist, dass es dort tatsächlich eine nicht unerhebliche Zahl von Menschen gibt, für die der Bahnhof zu einem sozialen Raum geworden ist, in dem nicht nur Alkohol, sondern auch andere Drogen offen konsumiert werden. Ein Phänomen, das man an Flughäfen übrigens nicht feststellen kann. Vielleicht hallen aber auch Taten wie jene nach, bei der ein 39 Jahre alter Mann im Frankfurter Hauptbahnhof vor Jahren im betrunkenen Zustand einer Zweiundzwanzigjährigen ohne ersichtlichen Grund mit der Faust ins Gesicht geschlagen hat.
Was Experten sagen
Und anschließend nach ihr trat, als sie auf dem Boden lag. Bundespolizisten kennen einige solcher Fälle. Sie haben es regelmäßig mit Menschen zu tun, die erst zu viel trinken und dann handgreiflich werden.
Dass die Bahn an dieser Stelle Abhilfe schaffen will, indem sie den unkontrollierten Konsum erst gar nicht zulässt, ist verständlich. Alkoholverbot am BahnsteigUnd doch sind Pauschalverbote wie dieses schwer durchsetzbar. Denn in der Praxis muss sich zeigen, wie konsequent ein solches Verbot überhaupt angewendet werden kann.
Wird man einem Berufspendler, der mit seinem Feierabendbier am Bahnsteig steht, nun die schon geöffnete Flasche abnehmen? Wie geht man mit fröhlich feiernden Junggesellinnen um, die eigens aus dem Umland nach Frankfurt angereist sind und nun auf dem Weg in die Innenstadt an ihrem Prosecco nippend durch die Bahnhofshalle ziehen? Und was ist mit den Fußballfans, die sich im Pulk zu Tausenden vom Hauptbahnhof in Richtung Stadion bewegen, viele von ihnen ebenfalls mit Flaschen und Dosen in der Hand?
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




