
Steidl-Verlag aus Göttingen meldet vorläufige Insolvenz an
Vorläufige Insolvenz Steidl-Verlag in finanzieller Schieflage Seit Jahrzehnten vertreibt der Göttinger Steidl-Verlag die Werke von Günter Grass und anderen namhaften Autoren. Nun musste er vorläufig Insolvenz anmelden....
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Vorläufige Insolvenz Steidl-Verlag in finanzieller Schieflage Seit Jahrzehnten vertreibt der Göttinger Steidl-Verlag die Werke von Günter Grass und anderen namhaften Autoren. Nun musste er vorläufig Insolvenz anmelden. Seit Monaten wurden Gehälter offenbar nur noch unzuverlässig ausgezahlt.
22 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (3 Minuten) 3 Min X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern Verleger Gerhard Steidl Foto: Hubert Jelinek / IMAGO Der renommierte Steidl-Verlag aus Göttingen steckt finanziell in der Klemme.
Die Einzelheiten
Das Amtsgericht Göttingen bestätigte, dass am vergangenen Freitag ein vorläufiges Insolvenzverfahren über das Vermögen der Steidl GmbH & Co. OHG eröffnet worden sei. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist der Braunschweiger Rechtsanwalt Stefan Liese.
Wie dessen Büro mitteilte, geht es unter anderem um unbezahlte Sozialabgaben. Nach den Worten des Göttinger Arbeitsrechtlers Sascha John, der nach eigenen Angaben den Großteil der Steidl-Mitarbeiter juristisch vertritt, sind noch mehrere Klagen offen. Zuvor hatten Medien berichtet.
1969 hatte der heute 75 Jahre alte Gerhard Steidl den Verlag gegründet. Dort erschienen zahlreiche Bücher bekannter Autoren, der Verlag hält seit 1993 die Weltrechte am Werk von Günter Grass. Dazu erschienen Fotobücher, das Programm versammelt laut Verlagsangaben »viele der renommiertesten zeitgenössischen Fotografen und Künstler«, darunter Karl Lagerfeld.
Was Experten sagen
Gehälter offenbar monatelang nicht gezahltJohn sagte, er vertrete seit eineinhalb Jahren eine Vielzahl von Mitarbeitern des Verlages, weil »in erheblichem Maße« Geld nicht bezahlt oder verzögert bezahlt worden sei. Teils seien fünf oder sechs Monatsgehälter offen geblieben. Fast immer sei es auf Zwangsvollstreckung hinausgelaufen, dann seien Zahlungen erfolgt.
Noch immer sei ein mittlerer bis hoher fünfstelliger Betrag an Netto-Lohnforderungen offen. Er habe mehrere Dutzend Verfahren geführt. Der NDR zitierte Steidl mit den Worten: »Die Zeiten sind sehr schlecht für das Buchgewerbe.
« Viele Verlage stecken seit Jahren in der Krise, erst kürzlich meldete die Branche einen dramatischen Rückgang junger Leserinnen und Leser. Mehr zum Thema Buchhandel in der Krise: Junge Menschen verlieren Interesse am Lesen 1 Min Zur Merkliste hinzufügen 1 Min Zur Merkliste hinzufügen 14 Autoren lesen tagelang nur aus Texten vor. Wie kann der Bachmann-Preis gutes Fernsehen sein?
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