
Sternenstaub in der Tiefsee: Strahlender Regen kosmischer Explosionen
Sternenstaub in der Tiefsee : Strahlender Regen kosmischer Explosionen Von Jan Hattenbach 03.07.2026, 18:06Lesezeit: 4 Min. Künstlerische Darstellung einer KilomovaESO/L. Calçada/M. KornmesserRadioaktive Asche aus der...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Sternenstaub in der Tiefsee : Strahlender Regen kosmischer Explosionen Von Jan Hattenbach 03. 2026, 18:06Lesezeit: 4 Min. Künstlerische Darstellung einer KilomovaESO/L.
KornmesserRadioaktive Asche aus der Milchstraße rieselt permanent auf die Erde. Ablagerungen auf dem Grund des Pazifiks zeigen nun: Mindestens drei Detonationen in der Milchstraße sind dafür verantwortlich. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Sternexplosionen geschehen nicht nur fern der Erde in der Tiefe des Universums.
Die Einzelheiten
Sie können sich offenkundig auch in der Nähe unseres Sonnensystems ereignen. Das zeigen radioaktive Ablagerungen von Asche, die seit Millionen Jahren auf unserem Planeten rieseln. Zwei solche Explosionen haben Wissenschaftler von der Universität Wien vor zehn Jahren datieren können.
Eine deutsch-australische Forschergruppe hat nun Hinweise auf eine dritte, weit seltenere und energiereichere kosmische Detonation gefunden. Wie Dominik Koll vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) und seine Kollegen in „Nature“ berichten, entdeckten sie Spuren des Ereignisses in einer Mangankruste, die im Jahr 1976 auf dem Grund des Pazifischen Ozeans in fast 5000 Meter Tiefe gefunden worden war. Mangankrusten sind mineralische Ablagerungen, die kontinuierlich Stoffe aus ihrer Umgebung aufnehmen und dabei in Millionen Jahren Millimeter um Millimeter wachsen.
Für Wissenschaftler dienen sie daher als geologisches Archiv. Koll und seine Kollegen konzentrierten sich bei der Spurensuche auf Atomkerne des Isotops Plutonium-244 (Pu-244), das sie mit einem Beschleuniger-Massenspektrometer im Krustenmaterial nachweisen konnten. Das schwere Isotop kommt auf der Erde nicht natürlich vor.
Was Experten sagen
Astronomische Beobachtungen belegen, dass Plutonium und ähnliche schwere Elemente in sogenannten Kilonovae erzeugt werden. Während bei einer normalen Supernova ein massereicher Stern explodiert und dabei ein Schwarzes Loch oder einen ultrakompakten Neutronenstern hinterlässt, kollidieren bei einer Kilonova zwei Neutronensterne. Kilonovae sind deutlich seltener, aber dafür viel energiereicher als gewöhnliche Sternexplosionen.
-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Kilonova-Ereignis in der NachbarschaftPhysiker sind davon überzeugt, dass Kilonovae den sogenannten r-Prozess in Gang bringen, einen Vorgang, bei dem Atomkerne in Sekundenbruchteilen sehr viele Neutronen nacheinander einfangen und dadurch allmählich an Masse gewinnen. Während Sterne nur chemische Elemente bis zum Eisen erbrüten können, vermag der r-Prozess die schwersten bekannten Nuklide zu bilden, darunter Uran, Thorium oder eben Plutonium.
Alle bisher astronomisch beobachteten Kilonovae haben sich in fremden Galaxien ereignet. Die Analyse der Manganknolle vom Pazifikgrund zeigt aber, dass es zumindest eine solche Megaexplosion in vergleichsweiser Nähe zur Erde gegeben haben muss.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





