
Straße von Hormus: Die NATO in der Bredouille
Straße von Hormus : Die NATO in der Bredouille Ein Kommentar von Thomas Gutschker 02.05.2026, 14:28 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Unruhe in der nordatlantischen Allianz AP Die Europäer dürfen sich nicht...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Straße von Hormus : Die NATO in der Bredouille Ein Kommentar von Thomas Gutschker 02. 2026, 14:28 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Unruhe in der nordatlantischen Allianz AP Die Europäer dürfen sich nicht mehr als notwendig von den USA abhängig machen.
Sie müssen sich aber mit ihnen arrangieren. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App In der Straße von Hormus steckt nicht nur die internationale Schifffahrt in der Klemme. Die von Iran gesperrte Meerenge hat auch die NATO und ihre Verbündeten in die Bredouille gebracht.
Die Einzelheiten
Sollen sie sich dort engagieren, weil Donald Trump, der Präsident des größten und wichtigsten Partners, das fordert? Oder ist es besser, sich aus dem Konflikt herauszuhalten, der ohnehin jenseits des vom Nordatlantikvertrag gedeckten Bündnisgebiets liegt? Im einen wie im anderen Fall droht ein schwer kalkulierbarer Schaden: Europa könnte in einen Krieg hereingezogen werden, den es ablehnt.
Es könnte aber auch sein, dass der US-Präsident vollends sein Interesse am Bündnis verliert und es weiter schwächt, bis hin zu einem faktischen Austritt der Vereinigten Staaten. Wen meint Trump, wenn er von „der NATO“ spricht? Die Lage wird dadurch nicht einfacher, dass nie ganz klar ist, wen Trump eigentlich meint, wenn er von „der NATO“ spricht.
Als Spanien, das Vereinigte Königreich und schließlich auch Deutschland Mitte März eine Unterstützung der USA im Krieg gegen Iran ablehnten, sprach er von einem „sehr dummen Fehler der NATO“ und von „Feiglingen“. Einen Monat später behauptete er, er habe „einen Anruf von der NATO bekommen mit der Frage, ob wir etwa Hilfe brauchen würden“. Und wies das angebliche Angebot brüsk zurück: Jetzt brauche man sie nicht mehr, den „Papiertiger“.
Was Experten sagen
Mutmaßlich bezog sich Trump in all diesen Fällen auf einzelne Verbündete. Die NATO als Organisation wurde weder von den USA vor dem Krieg konsultiert noch danach damit befasst. Niemals gab es eine offizielle Bitte um Hilfe in den Gremien der Allianz.
Trump mag das für irrelevant halten, mit geregelten Verfahren steht er ja eh auf dem Kriegsfuß. Militärplaner und Politiker lassen sich allerdings nicht mit Tweets beauftragen. Deshalb bekam er auch ganz sicher keinen Anruf aus dem Hauptquartier mit einem Hilfsangebot.
Ruttes Rolle Generalsekretär Mark Rutte hat sich in seinen öffentlichen Äußerungen minutiös an die Linie der europäischen Verbündeten gehalten. Wenn, dann sind sie nur in einer Koalition von Willigen bereit, die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus zu gewährleisten – nach dem Ende der Kämpfe zwischen den USA und Iran. Allerdings stellt sich nun die Frage, ob eine solche Koalition die NATO und die USA einschließen soll, wie im Fall der Ukraine.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




