
Teure Konzerte: Wabi-Sabi mit Domingo
Teure Konzerte : Wabi-Sabi mit Domingo Ein Kommentar von Volker Milch17.05.2026, 11:15Lesezeit: 2 Min. Einst einer der „Drei Tenöre“: Der spanische Bariton Plácido Domingo, hier im Rudolfinum. Foto:dpaCharisma altert...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Teure Konzerte : Wabi-Sabi mit Domingo Ein Kommentar von Volker Milch17. 2026, 11:15Lesezeit: 2 Min. Einst einer der „Drei Tenöre“: Der spanische Bariton Plácido Domingo, hier im Rudolfinum.
Foto:dpaCharisma altert nicht, es reift nur: Mit diesem Prinzip ist Plácido Domingo weiter auf Tour. Mittlerweile ein Bariton, gastiert er jetzt in Wiesbaden bei den Maifestspielen. Ein teures, aber begehrtes Vergnügen.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Für Stars musste man schon immer etwas tiefer in die Tasche greifen. Sie sind ja auch im Einkauf teuer. Enrico Caruso soll 1908, als er in Wiesbaden den Herzog aus „Rigoletto“ sang, 10.
000 Goldmark bekommen haben. In heutiger Kaufkraft dürften das über 100. Dafür hat er dann auch mal eine Gratis-Arie vom Balkon des Palast-Hotels geschmettert.
Ein Jahrhundert später ließen sich seine Nachfolger im Startenor-Gewerbe ihre Wiesbadener Open-Air-Auftritte gut bezahlen. „Alle wollen Plácido sehen“, hieß es im Juli 2007 vor dem Arienabend des Sängers, der anno 1990 gemeinsam mit José Carreras und Luciano Pavarotti in Rom die Marke „Die drei Tenöre“ begründet hatte. In Wiesbaden kosteten die Karten zwischen 60 und 320 Euro.
Was Experten sagen
Viel Geld für wenig Domingo, bemängelten Besucher. Plácidos Marktwert scheint seither recht stabil geblieben zu sein, obwohl er wieder zu seinen baritonalen Ursprüngen abgesunken ist und am 21. Geburtstag feiern durfte.
Wobei es auch ein paar Jahre mehr sein könnten, wie Kenner und Liebhaber munkeln. Die Karten für seinen „glanzvollen Gala-Liederabend“ lediglich mit Klavierbegleitung, den das Staatstheater für 19. Mai ankündigt, kosten zwischen 50 und 275 Euro.
Trotzdem ist die Veranstaltung im Gegensatz zu deutlich günstigeren Maifestspiel-Programmen jüngerer Kollegen praktisch ausverkauft. Darüber mag man sich wundern, muss aber auch berücksichtigen, dass Charisma eher reift als altert. Und davon hat Domingo, künstlerisch immer die interessanteste Persönlichkeit des Tenor-Trios, sicher noch viel zu bieten in Oper, Operette und Zarzuela.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




