
TV-Kritik „Maybrit Illner“: Die selektive Rechenschwäche des Kanzlers
TV-Kritik „Maybrit Illner“ : Die selektive Rechenschwäche des Kanzlers Von Kira Kramer 02.07.2026, 21:36Lesezeit: 6 Min. Verschnupft, aber stolz auf das Reformpaket: Kanzler Merz bei IllnerScreenshot ZDFFriedrich Merz...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. TV-Kritik „Maybrit Illner“ : Die selektive Rechenschwäche des Kanzlers Von Kira Kramer 02. 2026, 21:36Lesezeit: 6 Min. Verschnupft, aber stolz auf das Reformpaket: Kanzler Merz bei IllnerScreenshot ZDFFriedrich Merz lobt sich stoisch durch den Abend.
Weder Regiepannen noch eine zerfledderte Deutschlandfahne im Studio bremsen den Kanzler, der Maybrit Illner am Ende sogar beim Kopfrechnen belehrt. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Maybrit Illner empfängt den Bundeskanzler ganz in Weiß, Friedrich Merz kontert im dunklen Grau der CDU, und schon die Farbdramaturgie stellt die beiden als Antagonisten gegeneinander. Merz behandelt seine Gastgeberin über weite Strecken auch so.
Die Einzelheiten
Dazu passt, dass der Abend holpernd anläuft. Geplant war der Start für 19. 25 Uhr, Werbung überbrückt die Wartezeit, erst um 19.
28 Uhr rollt die Livesendung an, dem Kanzler bleiben damit rund 45 Minuten für seine Ausführungen zum Reformpaket der Koalition. Ein Dutzend Lobesformeln in 45 MinutenSein erster inhaltlicher Satz gibt das Leitmotiv des Abends vor. Man habe „wirklich ein gutes Paket“ hinbekommen, eröffnet er seine Bilanz des Koalitionsausschusses vom Vorabend.
Wer mitzählt, kommt bis zum Abspann auf rund ein Dutzend solcher Lobesformeln. Die Grundsatzentscheidungen habe man „gut getroffen“, die Zusammenarbeit in der Koalition sei „sehr, sehr vertrauensvoll, gut und vertraulich“ gewesen. Der Vorschlag der Rentenkommission ist „ein sehr guter Vorschlag“, die individualisierte Kapitaldeckung darin gar eine „geniale Idee der Kommission“, das Ganze ein „Gesamtkunstwerk“, eine Formulierung von Bärbel Bas, die er sich ausdrücklich zu eigen macht.
Was Experten sagen
Auch farblich ein Gegensatzpaar: Miosga und Merz im StudioScreenshot ZDFAlexander Dobrindt macht als Innenminister einen „wirklich hervorragenden Job“, mit Markus Söder arbeite er „so gut, so kollegial und so harmonisch“ zusammen wie kaum je zwei Unionsvorsitzende, Gesundheitsministerin Nina Warken hat ihre Reform „hervorragend gemacht“, und beim Thema Künstliche Intelligenz schiebt er nach, die Ausnahme des Maschinenbaus von der EU-Regulierung sei „meine Initiative gewesen“. Zum Schluss steuert das Land dann auch noch „auf dem richtigen Kurs“. So viel Eigenlob für eine Regierung, deren Umfragewerte im Keller liegen, wirkt wie ein Beschwörungsritual.
Als ließe sich Zustimmung herbeireden, wenn man das Wort gut nur oft genug ausspricht. Dabei zeigt der Abend durchaus, warum die Beschwörung nötig ist. Illner hält ihm vor, 75 Prozent der Menschen hätten gar nicht erst erwartet, dass sich die Koalition auf irgendetwas verständigt.
Merz lächelt das müde weg, wie er an diesem Abend vieles müde weglächelt. Die Kamera rückt seinem Gesicht auffallend nah, deutlich näher als dem Illners, als wolle die Regie aus den erschöpften Zügen mehr herauslesen, als der Kanzler preisgibt.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





