
Umbau der Alterssicherung: Was der Abschied von der Rente mit 63 bringt
Umbau der Alterssicherung : Was der Abschied von der Rente mit 63 bringt Von Dietrich Creutzburg, Berlin 29.06.2026, 08:21Lesezeit: 4 Min. Dachdecker im Einsatz: Die Frührente war ursprünglich für Menschen mit...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Umbau der Alterssicherung : Was der Abschied von der Rente mit 63 bringt Von Dietrich Creutzburg, Berlin 29. 2026, 08:21Lesezeit: 4 Min. Dachdecker im Einsatz: Die Frührente war ursprünglich für Menschen mit körperlich anstrengenden Jobs gedacht.
dpaFast drei Millionen Beschäftigte sind seit 2014 in abschlagsfreie Frührente gegangen. Darunter sind viele, die es nicht brauchten – auch Staatsbedienstete. Forscher fordern schon lange eine Umkehr.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Vor zwanzig Jahren setzte Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) durch, dass die Regelaltersgrenze für die Rente schrittweise auf 67 Jahre steigt. Sein Parteifreund Kurt Beck hingegen, damals SPD-Vorsitzender und rheinland-pfälzischer Ministerpräsident, bereitete mit einem Satz über Dachdecker einer folgenschweren Ausnahme den Boden. „Ich kann einen Dachdecker mit 67 nicht mehr auf dem Dach arbeiten lassen“, erklärte er.
Zwar brauchte es noch einige Wiederholungen dieses Satzes. Aber im Juli 2014 setze die schwarz-rote Koalition als Antwort darauf neben höheren Mütterrenten die umstrittene „Rente ab 63“ in Kraft. Sie gibt Versicherten mit mindestens 45 Beitragsjahren die Möglichkeit, deutlich vor der Regelaltersgrenze in Rente zu gehen, und das, ohne sich dafür die sonst fälligen Abschläge von der Monatsrente einzuhandeln.
-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Jeder vierte Neurentner hört dank „Rente mit 63“ früher aufHeute lässt sich feststellen, dass diese Regelung alle damaligen Erwartungen übertroffen hat. Wie die Statistik der Deutschen Rentenversicherung ausweist, sind seither annähernd drei Millionen Arbeitnehmer auf diesem attraktiven Weg aus dem Berufsleben in den Ruhestand gewechselt, im Durchschnitt ungefähr 250.
Was Experten sagen
Mehr als ein Viertel aller neuen Altersrentner kam in den vergangenen Jahren über diesen Weg. Da das gesamte Dachdeckerhandwerk nur knapp 100. 000 Beschäftigte zählt, ist klar: Es haben sehr viele andere Versicherte davon profitiert; und wohl auch viele, die weder in einem besonders belastenden Beruf gearbeitet haben noch aus anderen Gründen gesundheitlich angeschlagen sind.
Für die jungen Abgeordneten in der aktuellen Rentenkommission ist dies das Hauptargument für „Empfehlung sechs“ aus ihrem 33 Punkte starken Gesamtpaket. Diese sieht vor, den vorgezogenen „abschlagsfreien Renteneintritt für besonders langjährig Versicherte abzuschaffen“. „Alle anderen Beitragszahler müssen das finanzieren“Die Rente mit 63 sei eingeführt worden, „um denjenigen einen Ausweg zu bieten, die körperlich nicht mehr können“, fasste es Kommissionsmitglied Pascal Reddig (CDU) im F.
Z-Interview zusammen. Aber sie erreiche genau diese Zielgruppe nicht: „Da kann man die Frage stellen, ob es richtig ist, dass alle Beitragszahler das finanzieren. “ Deshalb, so glaube er, „können sich auch in der SPD viele hinter diesem Vorschlag versammeln“.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





