
Ungarn nach der Wahl: Viktor Orbáns neue Pläne
Ungarn nach der Wahl : Viktor Orbáns neue Pläne Von Alexander Haneke, Budapest 01.05.2026, 21:10 Lesezeit: 6 Min. Bildbeschreibung ausklappen Viktor Orbán drei Tage nach der verlorenen Wahl vor den Präsidentenpalast in...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Ungarn nach der Wahl : Viktor Orbáns neue Pläne Von Alexander Haneke, Budapest 01. 2026, 21:10 Lesezeit: 6 Min. Bildbeschreibung ausklappen Viktor Orbán drei Tage nach der verlorenen Wahl vor den Präsidentenpalast in Budapest Seit seiner Wahlniederlage brodeln Gerüchte, Ungarns Ministerpräsident wolle sich ins Ausland absetzen.
Dabei zieht Orbán weiterhin die Strippen. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Seit seiner Wahlniederlage am 12. April ist von Viktor Orbán nur noch wenig zu sehen.
Die Einzelheiten
Zum EU-Gipfel auf Zypern reiste er gar nicht erst an. In dem einzigen Interview, das er seither gab, sprach der einst übermächtige ungarische Ministerpräsident von tiefem Schmerz und innerer Leere, die er nach der Wahl verspürt habe. Gerüchte kursieren, er wolle sich in die USA absetzen, unter den Schutz seines alten Freundes Donald Trump.
Vor einigen Tagen verkündete er, nicht mal sein Mandat im ungarischen Parlament anzutreten. Den Parteivorsitz will er behalten, aber vorerst nur für ein Jahr. Bereitet da jemand seinen Abschied vor?
Wer Orbáns politisches Leben verfolgt hat, den überrascht dieses Vorgehen wenig. Es gleicht mehr einem taktischen Rückzug, der bereits die Zukunft im Blick hat und einer politischen Logik folgt. Er hatte in den vergangenen Monaten immer wieder damit kokettiert, dass er die Oppositionsarbeit besser kenne als jeder andere.
Was Experten sagen
Orbán will keine Projektionsfläche im Parlament sein Nach seiner ersten Regierungszeit von 1998 an hatte Orbán 2002 und 2006 jeweils knapp die Wahl verloren. Beide Male zog er sich anschließend für längere Zeit aus der Öffentlichkeit zurück. Nach 2006 erschien er kaum im Parlament.
Dafür organisierte er in jener Zeit die Bewegung von Grund auf neu und formte aus dem einst liberal-bürgerlichen Fidesz eine breite Volkspartei mit tiefer Verankerung in den ländlichen Milieus. In seinem Interview nach der Wahl sprach Orbán auch jetzt von einem kompletten Neuanfang, der unerlässlich sei. Doch es schien klar, wer die „vollständige Neuorganisation“ anleiten soll: er selbst.
Péter Magyar im April in Budapest dpa Die Aufgabe seines Mandats nach 36 Jahren im Abgeordnetenhaus mag wie das Ende einer Epoche wirken. Für Orbán hat sie jedoch einige Vorteile. Säße er weiter im Parlament, könnte Wahlsieger Péter Magyar in jeder Rede auf seinen Vorgänger zeigen, jede Grimasse würde von den Fotografen festgehalten.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




