
Verbrenner-Aus: Was der deutsche Reformvorschlag für Klima und Verkehr bedeutet
Deutscher Reformvorschlag Aufgeweichtes Verbrenner-Aus bremst Antriebswende Union und SPD drängen in Brüssel auf weitere Ausnahmen beim Verbrenner-Aus. Eine Studie warnt vor den Folgen: E-Autos würden sich langsamer...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Deutscher Reformvorschlag Aufgeweichtes Verbrenner-Aus bremst Antriebswende Union und SPD drängen in Brüssel auf weitere Ausnahmen beim Verbrenner-Aus. Eine Studie warnt vor den Folgen: E-Autos würden sich langsamer durchsetzen, Ölimporte und CO₂-Emissionen zunehmen. Von Benedikt Müller-Arnold 14.
33 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (5 Minuten) 5 Min X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Bild vergrößern Autos in Münchner Tunnel: E-Auto-Anteil niedriger als erwartet Foto: Wolfgang Maria Weber / IMAGO Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+.
Die Einzelheiten
Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Die Regierungskoalition aus Union und SPD fordert eine weitere Lockerung des Verbrenner-Ausstiegs in der EU. Würde sich Deutschland damit durchsetzen, dürften Elektroautos deutlich langsamer Marktanteile gewinnen als bislang erwartet.
Das zeigt eine Analyse der Brüsseler Nichtregierungsorganisation Transport & Environment (T&E). Sie prognostiziert für diesen Fall eine E-Auto-Quote von 53 bis 76 Prozent an allen Verkäufen im Jahr 2035. Der bisherige Vorschlag der EU-Kommission hätte nach Ansicht der Organisation zu einem E-Auto-Anteil von 85 Prozent geführt.
Der wesentliche Grund für den Unterschied: Nach dem Willen der Koalition sollen Verbrenner, die nur mit Biokraftstoffen oder E-Fuels betankt werden, künftig als »Nullemissionsfahrzeuge« zählen. Zudem wollen Union und SPD bisherige großzügige Annahmen für den Treibhausgasausstoß von Plug-in-Hybridautos beibehalten – obwohl anonymisierte Nutzungsdaten zeigen, dass diese Hybride in der Praxis deutlich mehr Sprit benötigen, als die Hersteller angeben. Würde die EU dem folgen, wäre der E-Auto-Anteil laut T&E auch im Jahr 2030 deutlich niedriger als bislang erwartet.
Was Experten sagen
Denn die Branche könnte weiter Verbrenner- und Hybridautos verkaufen – und die Flottengrenzwerte trotzdem einhalten. Gegen den Trend am WeltmarktIn der Folge würden europäische Autos im Zeitraum von 2025 bis 2050 im Vergleich zum Vorschlag der EU-Kommission zwischen 1,1 und 2,2 Milliarden Tonnen mehr CO₂ ausstoßen, prognostizieren die Autoren. Zum Vergleich: Ganz Deutschland emittierte zuletzt 0,649 Milliarden Tonnen CO₂ pro Jahr.
Zudem brauchte die Bundesrepublik binnen einem Jahrzehnt zusätzliches Erdöl im Wert von 7 bis 15 Milliarden Euro, schätzt T&E, wenn der Umstieg auf die E-Mobilität entsprechend langsamer voranginge. »Wir erleben die größte Ölkrise seit 50 Jahren, doch anstatt den Verbrauch zu senken, würden die Vorschläge der Bundesregierung zu Milliarden an Mehrausgaben für zusätzliche Ölimporte führen«, kritisiert Sebastian Bock, Deutschlandchef der Organisation. Die Koalition handle damit entgegen dem Trend am Weltmarkt hin zu E-Autos.
»Das verunsichert Investoren und Konsumenten, während uns China und andere Länder immer weiter davonfahren«, mahnt Bock.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





