
Vermögensgeschichte: Der Millionär von nebenan
Vermögensgeschichte : Der Millionär von nebenan Von Martha Zoller 04.07.2026, 16:15Lesezeit: 3 Min. Millionärsresidenz: 1900 waren viele Nachbarn der Villa Metzler in Frankfurt am Main Millionäre. Die Onlinekarte „Rich...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Vermögensgeschichte : Der Millionär von nebenan Von Martha Zoller 04. 2026, 16:15Lesezeit: 3 Min. Millionärsresidenz: 1900 waren viele Nachbarn der Villa Metzler in Frankfurt am Main Millionäre.
Die Onlinekarte „Rich Map“ legt offen, wo Preußens Millionäre vor dem Ersten Weltkrieg wohnten. Sie zeigt, wo sich der Reichtum bis heute hielt – und wo er verschwunden ist. Hier können Sie die Karte selbst erkunden.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Das Viertel um den Dortmunder Phoenixsee war mal eine echte Arbeitergegend. 1900 stand hier die „Hörderfackel“: der Zentralkamin des Stahlwerks Phoenix-Ost, später Thyssenkrupp, welches 2001 stillgelegt wurde. Heute stehen dort Stadtvillen und Fußballerresidenzen, wie die von Mario Götze, der während seiner Dortmunder Zeit dort lebte.
In der „Rich Map“, einer interaktiven Karte des Leibniz-Instituts, lassen sich zahlreiche derartige Geschichten über die Historie der eigenen Nachbarschaft herausfinden – über Strukturwandel, den Luxus des frühen 20. Jahrhunderts, über die Entwicklung in West- und Ostdeutschland. Interessierte können nachschauen, welcher Millionär vor dem Ersten Weltkrieg in ihrer Stadt, in ihrem Viertel oder womöglich in ihrer Straße gewohnt hat.
-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Grundlage sind Daten des Regierungsrats Rudolf Martin. Zwischen 1911 und 1914 veröffentlichte er auf Basis von Steuerdaten seine „Jahrbücher des Vermögens und Einkommens der Millionäre in Preußen“, eine Liste der rund 4500 vermögendsten Preußen, aufgeschlüsselt nach Adresse, Vermögen, Einkommen und Beruf.
Was Experten sagen
Schon damals trat die Veröffentlichung Martins einen Skandal los, der Fragen über Privatsphäre und Vermögensverteilung aufwarf. Heute wären die Jahrbücher datenschutzrechtlich undenkbar. Aus Stadtvillen wurden LoftsDie Historikerinnen Kerstin Brückweh und Eva Gajek haben Rudolf Martins Bücher in ihrem Projekt „Where the Rich Live.
Mapping Villa Neighborhoods and Cultures of Wealth in Germany’s Long Twentieth Century (RichMap)“ digital erschlossen und kartiert. Für Geschichtswissenschaftler ist das Projekt des damaligen Regierungsrats ein Glücksfall, denn historisch ist das Material sehr aufschlussreich. Ein Beispiel ist das Lehel.
Die Heimat der Münchner Schickeria, wo heute 160 Quadratmeter Wohnfläche für knapp fünf Millionen Euro den Besitzer wechseln, verdankt ihren Ruf nicht nur neuem Reichtum. Schon 1900 zog es die Reichen an. Bierbrauer, Rechtsanwälte und Industrielle bekamen Nachkriegsgewinner und Digitalunternehmer als Nachbarn.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





