
Vor sechzig Jahren: Die Jagd auf den weißen Wal im Rhein
Vor sechzig Jahren : Die Jagd auf den weißen Wal im Rhein Von Thomas Jansen 17.05.2026, 16:49Lesezeit: 4 Min. Dem Wal auf den Fersen: Moby Dick schwimmt am 1. Juni 1966 vor seinen Verfolgern.dpaAm 18. Mai 1966 wurde bei...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Vor sechzig Jahren : Die Jagd auf den weißen Wal im Rhein Von Thomas Jansen 17. 2026, 16:49Lesezeit: 4 Min. Dem Wal auf den Fersen: Moby Dick schwimmt am 1.
Juni 1966 vor seinen Verfolgern. Mai 1966 wurde bei Duisburg ein weißer Wal im Rhein gesichtet. „Moby Dick“ versetzte die Republik in Aufregung.
Die Einzelheiten
Ein Zoodirektor wollte ihn fangen. Und manches erinnert an Buckelwal Timmy. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Am 18.
Mai 1966 mussten der Kapitän und ein Besatzungsmitglied des Tankschiffes „Melani“ in Duisburg zum Alkoholtest antreten. 30 Uhr hatten sie der Wasserschutzpolizei gemeldet, bei Rheinkilometer 778,5 einen weißen Wal gesichtet zu haben. Die Ordnungshüter hielten das zunächst für Seemannsgarn.
Aber der Alkoholtest fiel negativ aus, und die Polizisten konnten sich davon überzeugen, dass das Säugetier im Rhein kein Hirngespinst war. Damit begann vor sechzig Jahren die Geschichte vom weißen Wal „Moby Dick“, der die Bundesrepublik fünf Wochen lang in Atem hielt. Wer den Beluga auf den Namen seines berühmten Artgenossen in Herman Melvilles Roman taufte, lässt sich nicht mehr rekonstruieren.
Was Experten sagen
Schon bald betrat in Gestalt des Duisburger Zoodirektors Wolfgang Gewalt jedenfalls auch ein Captain Ahab die Bühne. Die ratlose Wasserschutzpolizei hatte den ehrgeizigen 38 Jahre alten Zoologen um Hilfe gebeten. Gewalt versuchte, den vier Meter langen Wal für das Delfinarium seines Zoos zu fangen.
Es war ein Jahr zuvor eröffnet worden und das erste seiner Art in Deutschland. Tierschützer bewerfen Waljäger mit OrangenschalenDafür knotete Gewalt Tennisnetze zusammen, die er sich in einem Tennisklub besorgt hatte. Als ihm der Wal nicht ins Netz ging, bewaffnete sich der Zoodirektor mit einer Betäubungspistole.
Polizei und Feuerwehr stellten ihm Boote zur Verfügung. „Moby Dick“ wurde unterdessen zur Attraktion. Am Rheinufer versammelten sich Tausende Schaulustige, um das Auf- und Abtauchen des weißen Wals mit den großen brauen Flecken zu beobachten.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





