
Zerstrittene Koalition: Merz ohne Lizenz zum Töten
Zerstrittene Koalition : Merz ohne Lizenz zum Töten Von Eckart Lohse , Mona Jaeger 04.05.2026, 16:35 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Koalitionäre: Dobrindt, Klingbeil und Merz im März im Kabinett dpa Merz...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Zerstrittene Koalition : Merz ohne Lizenz zum Töten Von Eckart Lohse , Mona Jaeger 04. 2026, 16:35 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Koalitionäre: Dobrindt, Klingbeil und Merz im März im Kabinett dpa Merz hatte zuletzt keine klare Linie im Umgang mit der SPD.
Jetzt fordert der Kanzler mehr Entgegenkommen – und zwar so deutlich wie nie. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App James Bond hatte die Lizenz zum Töten, Friedrich Merz hat sie nicht. „Ich habe keine Vollmacht, die CDU umzubringen“, sagte der Bundeskanzler am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Caren Miosga“ .
Die Einzelheiten
Dem Zuschauer war nicht gleich klar, ob das ein Satz war, den Merz sich so überlegt hatte oder der ihm rausgerutscht war. Nur eins stand in diesem Moment fest: Dieses Zitat würde einen prominenten Platz auf der ohnehin nicht kurzen Liste einschlägiger Merz-Zitate bekommen. Merz sagte den Satz in einer Phase der Koalition mit der SPD , in der zumindest öffentlich immer öfter der Eindruck erweckt wird, dass man inhaltlich nicht zusammenpasst.
Vor einigen Tagen hatte die SPD-Vorsitzende Bärbel Bas den Bundeskanzler und CDU-Vorsitzenden zwar nicht ausdrücklich, aber doch eindeutig scharf angegriffen. Auf einer Kundgebung zum 1. Mai, dem der SPD heiligen Tag der Arbeit, sagte sie, der Sozialstaat werde „als gewaltiges Problem dargestellt, als nette Geste, auf die man endlich verzichten müsste, als Ballast, den das Land nicht mehr leisten könne“.
Solche Darstellungen nannte Bas zynisch und mehr noch: „menschenverachtend“. In der Union gab es Stimmen, namentlich die von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU), die den Auftritt als Folklore abtun wollten. Mai sei für die SPD das, was für die CSU der Politische Aschermittwoch sei – ein Tag der Zu- und Überspitzung.
Was Experten sagen
Allerdings darf man Bas unterstellen, dass sie nicht allzu zuspitzen musste auf der Bühne, um so eine Rede zu halten. Die Geduld in der Union ist endlich Auch Merz versuchte am Sonntag, die Äußerungen von Bas kleinzureden. Er verwies darauf, dass der 1.
Mai, der Tag der Arbeit, für die SPD besonders wichtig sei. Das ist der nächste Versuch in der Union, eine Entschuldigung oder zumindest Erklärung dafür zu finden, dass man Rücksicht auf die Sozialdemokraten nehmen müsse. Erst waren die Landtagswahlen im März in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz angeführt worden, dann der 1.
Mai, und schon früh wurde auch auf das nächste Wochenende verwiesen, wo der für die Sozialdemokraten so wichtige Deutsche Gewerkschaftsbund zu seiner Jahrestagung zusammenkommt und die Vorsitzende Yasmin Fahimi wiedergewählt werden will. Die schlug über das Mai-Wochenende hart auf die Koalition ein. Doch Merz scheint zu spüren, dass die Geduld in seinen eigenen Reihen endlich ist.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





