
Zinsen steigen weiter: Frankreichs Schulden-Pulverfass
Zinsen steigen weiter : Frankreichs Schulden-Pulverfass Von Niklas Záboji, Paris 20.07.2026, 17:17Lesezeit: 3 Min. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron: Die finanzpolitische Lage der zweitgrößten EU-Volkswirtschaft ist...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Zinsen steigen weiter : Frankreichs Schulden-Pulverfass Von Niklas Záboji, Paris 20. 2026, 17:17Lesezeit: 3 Min. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron: Die finanzpolitische Lage der zweitgrößten EU-Volkswirtschaft ist schon länger kritisch.
AFPFrankreich muss sparen und blickt komplizierten Haushaltsverhandlungen entgegen. Die Anleiherenditen haben nun ein 17-Jahres-Hoch erreicht – das erhöht die Risiken für die Finanzpolitik noch weiter. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Inmitten der kollektiven Sommerpause verdüstern sich Frankreichs finanzpolitische Perspektiven immer weiter.
Die Einzelheiten
Die Rendite für Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit kratzte am Montag an der Vier-Prozent-Marke. Dieses Niveau wurde zuletzt im Juni 2009 nach Ausbruch der globalen Finanzkrise erreicht. Selbst während der anschließenden Eurokrisenjahre musste der französische Staat nicht so hohe Zinsen auf neue Schulden zahlen.
Für Anleihen mit 30-jähriger Laufzeit werden inzwischen gar 4,7 Prozent fällig, das ist ebenfalls das höchste Niveau seit der Finanzkrise. Auch Deutschland und andere große Volkswirtschaften verzeichnen seit einigen Wochen steigende Renditen. In Frankreich aber legen sie besonders stark zu.
Griechenland kann sich nach einem Renditeanstieg im Frühjahr inzwischen wieder günstiger verschulden, Italien liegt in etwa gleichauf. Als Fieberthermometer gilt der Risikoaufschlag von französischen im Vergleich zu deutschen Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit. Dieser „Spread“ ist in den vergangenen Wochen von rund 60 auf 80 Basispunkte geklettert.
Was Experten sagen
Das sind Sphären, die zuletzt in Phasen großer Unsicherheit über die Haushaltspolitik und den Fortbestand der Regierung in Paris erreicht worden waren. -Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Die finanzpolitische Lage der zweitgrößten EU-Volkswirtschaft ist schon länger kritisch.
Die Neuverschuldung ist nach dem Corona-Schock auf 4,7 Prozent der Wirtschaftsleistung im Jahr 2022 zurückgeführt worden, danach aber wieder gestiegen. Seit dem Jahr 2023 liegt das Staatsdefizit ununterbrochen bei mehr als fünf Prozent, weit entfernt vom europäischen Zielwert von drei Prozent. Mit 3536 Milliarden Euro ist die Altschuldenlast in absoluten Zahlen die höchste Europas.
Im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung entsprach das am Ende des ersten Quartals 117,5 Prozent, auch das weit entfernt vom europäischen Zielwert von 60 Prozent. Mehrfach haben die Ratingagenturen Frankreichs Kreditwürdigkeit herabgestuft. Die Gefahr eines „Schneeballeffekts“Die konjunkturelle Eintrübung im Zuge des Irankriegs und der anlaufende Präsidentschaftswahlkampf erschweren das Bemühen um Haushaltsdisziplin zusätzlich – zumal die Regierung im Parlament ohne Mehrheit bleibt.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.




