
Zukunft der FDP: Kubicki ist der bessere Söder
Zukunft der FDP : Kubicki ist der bessere Söder Von Jochen Buchsteiner, Berlin 16.05.2026, 11:33Lesezeit: 9 Min. Wolfgang Kubicki im „Tunnel“ unter dem Bundestag, einer Lichtinstallation der Künstlerin Gunda...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Zukunft der FDP : Kubicki ist der bessere Söder Von Jochen Buchsteiner, Berlin 16. 2026, 11:33Lesezeit: 9 Min. Wolfgang Kubicki im „Tunnel“ unter dem Bundestag, einer Lichtinstallation der Künstlerin Gunda FörsterImago/VG Bild-Kunst, Bonn 2026Jetzt muss sich die ganze FDP um Wolfgang Kubicki scharen.
Der hat einen langen Weg hinter sich: vom Filou zum Volkstribun mit Gravitas. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Wer verstehen will, wie Wolfgang Kubicki – ein meist grau gekleideter, scharfzüngiger Anwalt aus der Provinz – zu einem deutschen Volkstribun werden konnte, sollte ihm beim Beurteilen der Konkurrenz zuhören. Die unerwartete Wiederauferstehung der Partei Die Linke, schwärmte Kubicki unlängst, hätte mit der „lustigen Aktion Silberlocke“ begonnen, also der Medien- und Direktmandatsoffensive dreier Linke-Haudegen, die dann von einem „wirklich grandiosen Auftritt“ der jungen Heidi Reichinnek im Bundestag vollendet worden sei.
Die Einzelheiten
Kubicki, sozialistischer Sympathien weitgehend unverdächtig, hat offenkundig kein Problem damit, dem politischen Gegner Respekt zu zollen, sofern dem was Freches gelungen ist. Das ist selten in der Politik. Kubicki kann gönnen, und dafür braucht es Eigenschaften, die auf viele Menschen anziehend wirken: eine gewisse Großzügigkeit, gewitzten Pragmatismus, Unverkniffenheit.
In dieser Hinsicht ist Kubicki der bessere Söder. Wenn die FDP-Delegierten Ende des Monats den 74 Jahre alten Politiker zum neuen Parteichef wählen, stimmen sie vor allem für eine Hoffnung: dass die Bekanntheit und Beliebtheit Kubickis den nicht mehr ganz so bekannten und beliebten Liberalen zum Aufschwung verhelfen wird. „In normalen Zeiten wäre wohl niemandem in der FDP der Name Kubicki für den Parteivorsitz eingefallen“, sagt ein früherer Spitzenliberaler und greift – eine Politikerangewohnheit – zu einem Bild aus dem Fußball: „Es gibt diesen Trainertyp, den man nur dafür einstellt, den Aufstieg zu erreichen oder den Abstieg zu verhindern.
In normalen Zeiten würde so ein Trainer nicht funktionieren. “Anführer mit anderer GewichtsklasseVon normalen Zeiten lässt sich fürwahr nicht reden, schon gar nicht für die FDP. Vor einem guten Jahr flog die Partei, die zum Inventar der Bundesrepublik gehörte, aus dem Deutschen Bundestag.
Das war zwar im Jahr 2013 schon einmal passiert, aber damals hatten sich die Liberalen schnell auf einen neuen Stern fixiert, Christian Lindner, der die Partei bald wieder in der Wählergunst steigen ließ. Nach dem Wahlschock von 2025 versammelte sich die Partei dagegen hinter einem Mann, an den sie nicht recht glaubte, und als die Umfragewerte nach einem Jahr noch tiefer gesunken waren, war die Episode Christian Dürr vorüber.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




